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SPD Göttingen und Osterode fusionieren

Unterbezirke SPD Göttingen und Osterode fusionieren

Die Mitglieder der SPD-Unterbezirke Göttingen und Osterode haben am Sonnabend in Osterode ihre Fusion beschlossen. Zum Vorsitzenden des neuen SPD-Unterbezirks Göttingen wurde mit großer Mehrheit der Göttinger Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann gewählt.

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Quelle: Richter

Osterode/Göttingen. Der Chef des früheren Göttinger Unterbezirks erhielt auf dem außerordentlichen Unterbezirksparteitag in der Kurt-Schröder-Halle 112 von 123 Stimmen, also gut 91 Prozent. Dies sei „ein Traumergebnis“, kommentierte Oppermann. Mit Blick auf die Kommunalwahl erklärte der neue und alte Unterbezirksvorsitzende, damit habe die SPD klargemacht, „wir wollen es wissen“.

Der neue SPD-Unterbezirk verfügt über 3200 Parteimitglieder – etwa ein Prozent der Bevölkerung. Vor den Wahlen hatte unter anderem Stefan Schostok, SPD-Bezirksvorsitzender und Oberbürgermeister von Hannover, auf die Bedeutung des neuen Unterbezirks hingewiesen und auf die neuen Aufgaben eingestimmt. Der neu formierte Unterbezirk Göttingen sei jetzt der zweitgrößte im SPD-Bezirk Hannover. Südniedersachsen erhalte damit in der niedersächsischen SPD ein besonderes Gewicht. Schostok erinnerte zudem daran, dass es bis 1952 schon einmal einen Unterbezirk Göttingen unter Einschluss Osterodes gegeben habe.

Zu Oppermanns Stellvertretern wurden Karl-Heinz Hausmann (Osterode, 112 Stimmen), Doris Glahn, (Göttingen, 106 Stimmen), Bärbel Diebel-Geries (Göttingen, 103 Stimmen), Tom Wedrins (Göttingen, 93 Stimmen) und Nortrud Riemann (Göttingen, 80 Stimmen) gewählt.  Der Rosdorfer Gemeindebürgermeister Sören Steinberg wurde zum Finanzbeauftragten bestimmt. Schriftführerin des neuen SPD-Unterbezirks Göttingen ist Karen Lotze. Zur Bildungsbeauftragten wurde Andrea Riedel-Elsner gewählt.

Kleine Panne im ansonsten reibungslosen Ablauf: Der alte Unterbezirk Osterode konnte wegen Krankheit seinen Finanzbericht für das vergangene Jahr nicht vorlegen. Das muss nun auf dem nächsten Parteitag im Mai nachgeholt werden.

„Riesige Chance“

Für den mit gut 91 Prozent gewählten Vorsitzenden Thomas Oppermann ist der neue Unterbezirk Göttingen „eine riesige Chance“, die Region Südniedersachsen zu entwickeln. Die Fusion sei die richtige Antwort sowohl auf den Strukturwandel in der Wirtschaft als auch auf den demografischen Wandel, erklärte Oppermann. Außerdem sei sie „die logische Folge“ des Zusammenschlusses der beiden Landkreise Göttingen und Osterode.

Noch gelte Südniedersachsen als strukturschwache Region. Die aber habe Potenzial, „in den nächsten Jahrzehnten zu einer richtig starken Region zu werden“. Nicht nur in Göttingen, auch in Hann. Münden, Duderstadt, Bad Lauterberg, Osterode und Herzberg gebe es Unternehmen, „die in der einen oder anderen Nische Technologieführer, auch international“, seien.

Ausdrücklich zollte Oppermann dem Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) Respekt: „Ohne ihn hätte es keine Fusion der beiden Landkreise gegeben.“ In beiden Altkreisen sei die SPD die politisch stärkste Kraft gewesen. Das wolle die Partei auch bei der Kommunalwahl in diesem Jahr wieder erreichen: „Wir treten an, um die Chancen im neuen Landkreis zu nutzen. Ich denke, wir können das besser als diejenigen, die genau diese Fusion verhindern wollten.“

„Gut aufgestellt“

In seiner Begrüßung auf dem SPD-Sonderparteitag in Osterode stellte der Göttinger Landrat den Ablauf der Fusion der beiden Landkreise Göttingen und Osterode vor. So gut wie jeder Mitarbeiter der beiden Kreisverwaltungen werde im April wissen, wo er arbeiten werde, erklärte Reuter. Bedenken in der Belegschaft seien mittlerweile ausgeräumt worden.

In beiden Landkreisen hätten die Sozialdemokraten die Region vorangebracht – sowohl beim Bildungs- und Kulturangebot im ländlichen Raum als auch bei der Infrastruktur. Eine wichtige Aufgabe auch für seine Partei sei, die Unterbringung der vielen Flüchtlinge sicherzustellen und gleich danach deren Integration anzugehen. Dafür sei der neue Landkreis mit seiner starken, ebenfalls fusionierten Volkshochschule gut aufgestellt.

Trotz der erheblichen Kosten für die Flüchtlinge müssten auch die Infrastruktur auf Höhe gehalten und die Mobilitätsangebote im ländlichen Raum weiterentwickelt werden. Dabei werde helfen, dass der neue Landkreis schuldenfrei an den Start gehe: „Wir werden für 2017 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.“

Der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler betonte, die Stadt Göttingen bringe neben einem Wissenschaftsbetrieb mit internationalem Anspruch auch erhebliche Beratungs- und Forschungskompetenz in die Großregion ein. Auch im fusionierten Großkreis Göttingen sei es unter anderem Aufgabe der SPD, „Sozial- und Arbeitsstrukturen zu erhalten, auch und gerade in der Region“. Für Abstimmungen und Informationen aller Art „stehe ich für alle Bürgermeister des neuen Landkreises zur Verfügung“, versicherte Köhler.

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