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Schornsteinfeger machen Passanten glücklich

Bad Lauterberg Schornsteinfeger machen Passanten glücklich

Wer einen Schornsteinfeger berührt, dem ist das Glück im neuen Jahr hold – so zumindest heißt es im Volksmund. „Manchmal kommt dabei auch ein kleines Küsschen auf die Wange bei raus“, sagt Bezirksschornsteinfeger Günter Probst und lacht. An Silvester schenkt er den Menschen wieder Glück.

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Traditionell am Silvestertag verteilten die Schornsteinfeger des Landkreises gute Wünsche und kleine Präsente auf dem Bad Lauterberger Boulevard.

Quelle: Kirsten Buchwald

Bad Lauterberg. Seit 20 Jahren kommen die Bezirksschornsteinfeger um Probst, ihre Gesellen und Auszubildenden am Silvestertag nach Bad Lauterberg und verteilen dort auf dem Boulevard kleine Glücksbringer, schütteln Hände und lassen sich auch zu dem einen oder anderen Foto hinreißen. „Wir wollen den Leuten ein gesundes und glückliches neues Jahr wünschen. Außerdem ist es eine schöne Repräsentation unseres Berufes“, erklärt Probst die Hintergründe der Aktion, die auf der alten Tradition des Schornsteinfegers als Glücksbringer beruht.

Für ihn und viele seiner Kollegen aus den elf Bezirken im Altkreis bringe dieser Silvesterbrauch vor allem Freude und Vergnügen – auch, wenn sich viele Auszubildende erst daran gewöhnen müssten. „Immerhin wird man von vielen Fremden angefasst und umarmt, die wir ja auch von uns aus ansprechen“, sagt Probst.

Ob sich die Leute vorher gut überlegen, die Kaminkehrer in ihrer Zunftkleidung zu umarmen, wisse er nicht sicher. „Die meisten stören sich nicht daran, aber es kann natürlich auch vorkommen, dass sie nach der Umarmung etwas dreckig sind“, sagt er lächelnd. Denn auch heute wird noch in der schwarzen Zunftkleidung gearbeitet – und jene Schornsteinfeger, die eben nicht über eine Präsentationsuniform verfügen, gehen am Silvestertag in ihrer Arbeitsbekleidung auf den Bad Lauterberger Boulevard.

Aber auch diese verfügt heute noch ganz traditionell über die zweireihig geknöpfte, mit goldenen Knöpfen und Koller versehene schwarze Jacke, das weiße Halstuch, die schwarzen Hosen und Schuhe. Anders als üblich gehen an Silvester aber auch die Schornsteinfeger ohne Meistertitel mit Zylinder auf ihre Tour durch die Kneippstadt. „Es sei denn, es ist besonders kalt, dann weichen wir lieber auf unsere Mützen aus“, erklärt Probst.

Generell sei das Wetter auch immer ein Faktor, wie gut die Aktion der immer etwa zehn teilnehmenden Schornsteinfeger angenommen wird. „Bei gutem Wetter ist auf dem Boulevard und rund um uns die Hölle los“, sagt er erfreut. Insbesondere dann, wenn die Kaminkehrer mit der Seilbahn zum Ausklang der Silvesteraktion auf den Hausberg fahren. „Die Menschen stehen dann immer unten an der Seilbahn und sind ganz erstaunt. Viele rufen uns auch hinterher und fragen, ob wir echte Schornsteinfeger sind.“

Woher der Glaube kommt, dass die Schornsteinfeger Glück bringen, ist nicht genau überliefert – ebenso wenig, seit wann sie als Glücksbringer gelten. Man geht davon aus, dass sie als glückbringend gelten, weil sie die Menschen und Häuser vor Bränden und den Folgen verstopfter Schornsteine bewahren – früher wie auch heute.

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