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"Das war meine Idee"

Trio verübt Bankraub und muss ins Gefängnis "Das war meine Idee"

Mit einem rückhaltlosen Geständnis haben drei Bankräuber am Donnerstag vor dem Landgericht einen Raubüberfall auf die Volksbankfiliale Wieda im Februar dieses Jahres zugegeben. Einer der Täter spielte damals selbst das vom Räuber bedrohte Opfer und gab später vor laufender Kamera damit an.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Wieda/Göttingen. Die Geständnisse kamen nicht überraschend. Der Fall ist sonnenklar. Einer der Täter, ein 30-Jähriger, protzte nach der Tat unter Alkohol- und Drogeneinfluss vor einem Café darüber, dass die geniale Idee, sich von einem Kumpel zum Schein bedrohen zu lassen und so die Bankangestellten um 11500 Euro zu erpressen, von ihm stamme: "Das war meine Idee. Mein Kumpel ist reingekommen und hat mir eine Knarre an den Kopp gehalten."

Der Film davon liegt dem Gericht als Beweismittel vor. Jetzt geht es nur darum, herauszubekommen, welche Tatanteile der 19 Jahre alte Räuber, dessen 30 Jahre altes Schein-Opfer und der 25 Jahre alte Fahrer des Fluchtfahrzeugs genau hatten. Und da gibt es doch einige Differenzen in der Darstellung.

Passiert war am Tattag dies: Gegen 8 Uhr hatte der 30-Jährige nach durchgemachter Nacht die Räume der Bank betreten und wollte ein Konto eröffnen. Er hatte schon seinen Personalausweis vorgelegt, als ein Maskierter den Schalterraum betrat, eine Schusswaffe zog und den vermeintlichen Kunden damit bedrohte.

Mit der Softair-Waffe im Nacken spielte der Mittäter das Opfer, und die Bankangestellten tüteten 11500 Euro in die mitgebrachte Plastiktüte ein. Draußen wartete der 25-Jährige, der die Kumpels zur Bank gefahren hatte, die Beute nun zwischen Motorhaube und Dämmung versteckte und mit dem 19-Jährigen davonfuhr. Auch das angebliche Opfer versuchte sich zu verdrücken, wurde aber im nahen Elternhaus von der Polizei gefunden und vernommen.

3500 Euro Anteil soll das Schein-Opfer erhalten haben, nur 1500 Euro der Fahrer. Der eine will sich "einen schönen Abend" mit Ecstasy, Cannabis und Crystal Meth gemacht haben, der Fahrer aber behauptet, das meiste der Beute in die Mülltonne geworfen zu haben, weil er sich geschämt habe. Das passt so gar nicht zur Aussage seiner Feundin, mit der er am Abend des Tattages Essen war und mit der er danach - angeblich vom Ersparten - in Holland Urlaub machte.

Beim Fahrer soll das schlechte Gewissen, vorher auf Kosten seiner Freundin gelebt zu haben, das Motiv gewesen sein. Eigentlicher Auslöser der Raub-Überlegungen sei aber der "Stellungsbefehl" des 30-Jährigen zum Einrücken in die JVA Rosdorf gewesen, weil er eine Geldstrafe über 1500 Euro nicht habe zahlen können.

Auch der dritte Mann hatte Geldsorgen. Deshalb habe man schon Wochen vorher überlegt, "mal was zu machen". Die Idee mit der Bank sei aber erst am Vorabend, als man sich zu "ein paar Linien Crystal" und einer Flasche Jägermeister in einer Waldhütte traf, allen Dreien gleichzeitig gekommen. Das behauptet jedenfalls der Älteste. Alle drei sagen heute über ihren Überfall: "Eine Scheiß-Idee" oder "unglaublich blöde" oder "hat sich nicht gelohnt". Der Prozess wird fortgesetzt.

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