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„Wir sind trotzdem Harzer“

Osterodes Bürgermeister ist für emissionsfreien Harz-Tourismus „Wir sind trotzdem Harzer“

Die Stadt Osterode, sagt ihr Bürgermeister Klaus Becker selbstbewusst, kann für den mit dem Landkreis Osterode zusammengeschlossenen Kreis Göttingen eine echte Bereicherung sein. Die Bedeutung der Stadt als Industriestandort werde in Göttingen manchmal unterschätzt, meint der parteilose Bürgermeister, seit 2004 im Amt und 2011 wiedergewählt.

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Osterode. Und außerdem könne Osterode dem Landkreis Göttingen „ein weiteres touristisches Hinterland“ eröffnen. Die Stadt sei Tor zum Harz, Osterode habe als treibendes Element der Ein-Harz-Initiative wesentlich zur Modernisierung dieser bedeutenden Tourismus-Region Deutschlands beigetragen. Ein gemeinsames Tourismus Konzept für den gesamten Landkreis hält Becker für problematisch: Weser- und Harz-Tourismus seien zu unterschiedlich.

Becker nimmt für sich in Anspruch, die Fusionsbestrebungen in Stadt und Landkreis frühzeitig weg von Goslar und hin zu Göttingen gerichtet zu haben. Goslar sei auf Braunschweig ausgerichtet, Osterode hingegen nicht, sondern auf Göttingen – auch wegen des großen kulturellen angebots der Universitätsstadt. Und, was die Wirtschaft angeht, auf den Osten: Becker setzt sich vehement für den Ausbau der Bundesstraße 243 zwischen Bad Sachsa und Nordhausen ein, weil viele Osteroder Unternehmen und deshalb die Anbindung an die A 38 benötigten.

Ursprüngliche Bedenken, Osterode könne durch die Fusion mit Göttingen seine Harzer Identität verlieren, sieht der Bürgermeister nicht. Obwohl Osterode traditionell starke Bindungen zu Göttingen habe, „sind wir trotzdem Harzer. Daran wird sich auch nach der Fusion nichts ändern“, sagt Becker. Hier habe auch eine Kleinigkeit geholfen: die Möglichkeit, althergebrachte Autokennzeichen zu erhalten – OHA kann bleiben, kein Osteroder muss mit GÖ fahren.

Das Thema Mobilität treibt den 56-Jährigen auch in ganz andere Weise um. Becker möchte den Harz-Tourismus auf Elektromobilität umstellen. Seine Vision: der Harz als absolut saubere Tourismusregion, erschlossen mit Elektroautos und „ohne Stinkebusse“. Elektrobusse seien mittlerweile so ausgereift, dass sie die Strecke über den Harz nach Goslar problemlos bewältigen könnten.

Anfänge für den elektrischen individualverkehr in Osterode seien mit drei Ladestationen, eine davon mit Schnelllademöglichkeit, bereits gemacht. Das werde mehr und mehr angenommen. Becker, der selbst ab und zu elektrisch unterwegs ist, muss im Gegensatz zu früher jetzt manchmal warten, weil die Ladestation besetzt ist.

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