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Womit Kinder in anderen Ländern spielen

Backaktion Womit Kinder in anderen Ländern spielen

Bis November wird im Europäischen Brotmuseum in Eber-götzen die Sonderausstellung mit dem Titel „WeltSpielZeug“ präsentiert. Am Sonntag stand die Ausstellung bei den Veranstaltungen im Museum im Mittelpunkt.

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Quelle: Arne Bänsch

Ebergötzen. „In der Sonderausstellung sind Spielzeuge aus drei verschiedenen Kontinenten zu sehen“, erklärte Museumspädagogin Agnieszka Steuerwald. Bei den rund 200 Objekten handele es sich um eine Leihgabe von der Organisation „Plan International“. Die Spielzeuge stammen aus 30 Ländern in Afrika, Asien und Südamerika. „Die Ausstellung von Plan International gibt es seit zehn Jahren. Doch jedes Museum, das die Ausstellung zeigt, hat hierfür sein eigenes Konzept“, berichtete Steuerwald, die im Brotmuseum als Kuratorin für die Sonderausstellung verantwortlich ist. Da sie drei Räume zur Verfügung hatte für die Ausstellung, habe sie sich entschieden, jeden Kontinent in einem eigenen Raum unterzubringen. Die Sonderausstellung passe aus zwei Gründen gut ins Brotmuseum: Zum einen stehe das Museumsjahr unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“. Und zum anderen sei Spielen für Kinder ebenso ein Bedürfnis wie Essen. „Kinder, die nicht spielen dürfen, die verkümmern“, sagte Steuerwald. Doch bevor Kinder spielen könnten, müssten sie satt sein. Mit der Ausstellung solle auch auf die Missstände, die in den Ländern bestünden, hingewiesen werden.

Beim Betrachten der Exponate schwanken die Besucher nach Aussage der Museumspädagogin zwischen der Freude über die Fantasie der Kinder und das Entsetzen über die Armut, dass die Kinder sich Spielzeug aus Müll basteln müssen. „Während sich in diesen Ländern zahlreiche Familien industrielles Spielzeug nicht leisten können, ist es bei uns vielen Kindern unbekannt, dass man sich Spielzeug auch selbst basteln kann“, erklärte sie den Besuchern während der Führung durch die drei Räume. Zu sehen bekamen die Interessierten unter anderem Fahrzeuge aus Blech, Spielzeuge aus Muscheln und Gegenstände aus Draht und Ton. Zudem gehört zu den Exponaten ein Ball, in dem kaputte Badelatschen eingearbeitet wurden, sodass er auch eine gewisse Sprungkraft hat. „Durchs Basteln wird auch die Kreativität der Kinder gefördert“, so Steuerwald. Deshalb ruft das Brotmuseum die kleinen Besucher auch dazu auf, ein Spielzeug selbst zu basteln und ein Bild davon an das Museum zu schicken. Die Bilder sollen dann in eine Ausstellung über gebastelte Gegenstände der Kinder, die das Brotmuseum besucht haben, integriert werden.

Doch nicht nur über Spielsachen, sondern auch über die Esskultur in anderen Ländern erfuhren die Besucher im Brotmuseum Wissenswertes. Nachdem es im Mai bereits eine Backaktion zum Thema Afrika gegeben hat, stand diesmal Südamerika auf dem Programm. In der Backstube bekamen die Interessierten eine Einführung in die südamerikanische Küche, in der anders als bei uns viel mit Mais gebacken wird. Außerdem gibt es dort nicht die in Europa bekannten Brot- und Brötchenvarianten. Gebacken wurde ein Teig, der unter anderem zur Hälfte aus Mais bestand. Die kleinen und großen Bäcker konnten diesen zunächst nach ihren eigenen Vorstellungen formen und verzieren, bevor er in den Ofen gegeben wurde. Danach konnten die Bäcker ihre Backwerke dann abholen und probieren.

Theaterstück über Geld und Freundschaft

Passend zur Sonderausstellung im Brotmuseum war Christoph Buchfink vom Buchfink-Theater am Sonntag mit seinem Theaterstück "Ferdinand im Müll" in Ebergötzen zu Gast. Darin geht es nicht nur um Kinder, die entweder zu viel oder zu wenig Spielzeug haben, sondern auch um Freundschaft.

Während Ferdinand von seinen Eltern viel Spielzeug bekommt, wohnt Sara im Müll. „Doch auch wenn Ferdinand viel zum Spielen hat, fehlt ihm ein Freund, denn von seinen Klassenkameraden wird er geärgert und ausgegrenzt“, berichtete Buchfink. Diesen Freund findet Ferdinand, der sich nach dem Willen seiner Mutter nicht dreckig machen darf, in Sara. Diese lernt Ferdinand kennen, als er von zu Hause wegläuft und sich in einer Mülltonne versteckt. Seine Eltern schreiben in einer Zeitungsanzeige einen Finderlohn aus. Während seine Klassenkameraden das Geld haben wollen, um einmal reich zu sein, wollen Ferdinand und Sara das Geld für Saras kranke Mutter haben. Am Ende geht alles gut aus und Ferdinand schließt auch mit seinen Klassenkameraden Freundschaft, nachdem er diesen geholfen hat. Die kleinen Theaterbesucher verfolgten das Puppentheater gespannt und freuten sich über das gute Ende. ve

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