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Verkehrsschilder mit Frühlingsduft

„Tag für Waake“ Verkehrsschilder mit Frühlingsduft

Eine Windel – samt Inhalt – und ein halbes Mofa: Was die freiwilligen Helfer beim „Tag für Waake“ am Sonnabendvormittag in Büschen, Straßengräben und an Wegesrändern entdeckten, war nicht immer nur schnöder Müll. Skurrile Funde, herrliches Wetter und flotte Sprüche sorgten für beste Laune beim Frühjahrsputz.

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Frühjahrsputz in Waake

Quelle: Eckermann

Waake. Wenige Minuten nach dem verabredeten Zeitpunkt ist der Vorplatz des Gemeindehauses in Waake bereits wie leergefegt: „Bei dem Wetter wollen alle schnell fertig werden, damit wir bald grillen können“, erklärt Bürgermeister Johann-Karl Vietor (CDU). Denn zum Abschluss, als Belohnung für die rund 20 Helfer beim dritten „Tag für Waake“, soll es Würstchen und Getränke geben. Das Mittagessen verdienen sich die Freiwilligen, unter denen auch Mitglieder des Zukunftsvereins und der Feuerwehr sind, an unterschiedlichen Stationen.

Am „Brunnen vor dem Tore“ ist Andreas Hempel schwer beschäftigt – genau genommen im Brunnen. Seine Aufgabe des Tages: Aus dem Rinnsal, das aus dem Hahn fließt, eine plätschernde Wasserzufuhr für den Brunnen zu machen. Nach einigem Stochern mit einem Reinigungsstab fördert Hempel zutage, was den Wasserfluss behindert hatte: einen haarig wirkenden Klumpen. „Pass auf, dass die Bäume nicht umkippen, wenn Du die Wurzeln ziehst“, ruft ein Mitstreiter mit Harke dem Helfer zu – und alle lachen. Nach einer liebevollen Behandlung mit einem zum Hochdruckreiniger umfunktionierten Löschschlauch am Feuerwehrfahrzeug durch Gemeindemitarbeiter Jan-Philipp Bruchmann ist der Brunnen frühlingsfein.

Blumiger Duft weht bereits an der Station von Vietor und Annekatrin Krull um die Nase: Sie haben sich mit Leitern, Eimern und Lappen aufgemacht, um die Verkehrsschilder im Ort von Schmutz zu befreien, während andere Unkraut jäten und im ganzen Ort Helfer dem Müll mit Zangen zuleibe rücken. Wie lange die Cola-Flasche wohl schon im Graben liegt? Wie wohl die benutzten Windeln ins Gebüsch gekommen sind? Die Helfer vertreiben sich die Zeit damit, dass sie kleine Geschichten zu den Gegenständen erzählen, die sie so finden. „Da hatte ein Schütze auf dem Nachhauseweg wohl glatt vergessen, dass er mit dem Mofa gekommen war“, lautet eine davon, die ein Helfer von sich gibt, als er plötzlich mit dem roten Gerippe dessen, was mal ein Fahrzeug gewesen war, auf dem Weg zum Schützenhaus steht. „Ist doch noch neu“, frotzelt ein Weiterer. „Verkaufen wir im Internet“, sagt ein Dritter. Der „Tag für Waake“ bringt nicht nur den Ort zum Strahlen – sondern auch die Helfer.

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