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Milchgipfel: Keine schnelle Lösung in Sicht

Diskussion in Potzwenden Milchgipfel: Keine schnelle Lösung in Sicht

Auf der Suche nach möglichen Lösungen für den Milchgipfel in Berlin hat der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) den Milchhof von Hartmut Böning in Potzwenden besucht. Doch die Diskussion mit Vorstandsmitgliedern des Kreisbauernverbandes zeigte keinen Ansatz für ein schnelles Ende der Krise.

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Hubert Kellner, Fritz Güntzler, Hartmut Böning und Ludwig Theuvsen (von links) diskutieren über die Zukunft der Milchviehbetriebe.

Quelle: Jan Helge Schneemann

Potzwenden. „Ich freue mich, dass die Politik wieder Interesse an der Landwirtschaft zeigt“, eröffnete der Verbandsvorsitzende Hubert Kellner aus Desingerode das Gespräch und wies gleich zu Beginn darauf hin, dass nicht nur Milchviehbetriebe Probleme haben. Am Beispiel des Milchhofs lasse sich die Krise aber verdeutlichen. Böning hatte sich vor sechs Jahren entschieden, seinen Betrieb zu vergrößern. „Ich habe damals mit 28 Cent pro Liter kalkuliert“, erzählt er und fügt hinzu: „Als ungünstigstem Preis.“ Zurzeit bekommt er 21 Cent.

Kellner forderte die Politik auf, Lösungen für den weggefallenen Handel mit Russland anzubieten. Landratskandidat und Agrarökonom Ludwig Theuvsen (CDU) ergänzte, dass zusätzlich der bisher größte Importeur China aber seine Importe halbiert habe, alle großen Erzeugerregionen aber weiterhin viel produzieren. Eine Mengenbegrenzung in Deutschland sei nach Meinung des Göttinger Universitäts-Professors aber keine Lösung: „Dann freuen sich andere Länder und würden ihre Produktion noch weiter steigern.“ Überhaupt sei die Produktionssteigerung ein Problem in schlechten Zeiten. Wer versuche, über mehr Kühe das Preistal zu kompensieren, bewirke am Ende eher das Gegenteil, weil er zu noch mehr Überproduktion beitrage. Das heutige Preistal sei nach Aussage von Theuvsen eine Nachwirkung der 40-Cent-Phase: „Damals ist viel investiert worden und am Ende gingen die Preise nach unten.“ Man könne dem Lebensmittel-Einzelhandel auch nicht wirklich die Stirn bieten, denn dann schaue er nach Dänemark oder Polen.

Die Landwirte erklärten in Richtung des Steuerexperten Güntzler, das vielleicht eine Änderung im Steuergesetz helfen könne. „Wir zahlen derzeit die Nachzahlungen aus dem Jahr 2014“, sagte Böning und regte die Möglichkeit einer Stundung an. „Das ist eine Liquidätsfrage.“ Güntzler erwiderte, dass diese Möglichkeit die Schulden nur verlagern würde. Vielleicht seien Liquiditätshilfen eine Möglichkeit. Doch wenn diese nur das Liquiditätsloch verlängern, sei auch niemanden geholfen, sagte Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Am Ende blieb nur das Fazit, dass es die schnelle Lösung nicht geben werde und die Hoffnung, dass die Landwirte die Krise überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen.

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