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Herr der Ringe waltet seines Amtes

Storchenbetreuer Georg Fiedler im Suhletal im Einsatz Herr der Ringe waltet seines Amtes

Hoch hinaus ging es am Donnerstag für Georg Fiedler: Der ehrenamtliche Weißstorchbetreuer hat das Jungtier auf dem Storchennest im Suhletal westlich von Seulingen beringt.

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Ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer Georg Fiedler beringt einen Jungvogel.

Quelle: OT

Seulingen. Mit Hilfe eines Hubwagens, den Lars Denecke zur Verfügung gestellt hatte, erreichte Fiedler das vor drei Jahren von Bernhard Rust und Walter Bringmann angelegte Nest. „Das vermutlich vier Wochen alte Jungtier ist in einem guten Ernährungs- und Entwicklungszustand, das Gefieder sehr sauber“, beschreibt Fiedler seinen Eindruck. „Ich musste den Unterschnabel ausputzen, weil sich dort Reste von Nahrung und Nistmaterial festgesetzt hatten“, erläuterte der Fachmann. Daraus könne sich während einer Trockenperiode ein Pfropfen bilden, „der das Weiterwachsen des Schnabels behindert“. Lob zollte er den Storcheneltern, die Mitte März im Eichsfeld eingetroffen sind: Das Nest sei gut ausgepolstert mit lockerem Material und enthalte keine Fremdkörper.

Sommer im Eichsfeld, Winter in Madrid

Beim Erkennungsring, den der 63-Jährige dem Jungtier anlegte, handelt es sich um bezifferte Halbschalen aus Kunststoff, die Fiedler mit beiden Händen unlösbar zusammenpresste. Die Zahlenkombinationen übermittelt Fiedler an die Vogelwarte Helgoland, sodass Rückschlüsse auf die Herkunft und Zugbewegungen des Vogels möglich sind. Durch einen solchen Ring habe Fiedler von einem spanischen Biologen erfahren, dass ein Storch, der in Gieboldehausen nistet, den vergangenen Winter in der Nähe von Madrid verbracht habe. Fiedler selbst erkannte am Donnerstag anhand der Ringnummer des Seulinger Weibchens, dass dieses Tier in Einbeck-Immensen geboren wurde.

Störche auf der Ost-Route mit Verspätung

Das Storchenjahr sei bislang „überraschend“ gut verlaufen, so sein Eindruck. Störche, die wie das Paar im Suhletal auf der östlichen Route aus Ost- oder Südafrika über den Bosporus nach Mitteleuropa zögen, seien verspätet angekommen. Daher sei zunächst unsicher gewesen, ob sie brüten würden.

Die Kinder der Störche, die auf der westlichen Flugroute aus Richtung Spanien in die Region kämen und im Landkreis Northeim stark vertreten seien, seien bereits weiter entwickelt und schon kurz vor dem Ausfliegen.

Gutes Storchenwetter

Die Witterung sei vorteilhaft für die Vögel. „Die Mischung aus Nässe und Trockenheit wirkt sich positiv aus, die milden Temperaturen kommen den Jungen zugute“, erklärt der 63-Jährige. Daher spreche viel dafür, „dass auch die Spätgeborenen hier noch groß werden“.

Laut Storchenbeobachter Friedel Bode aus Gieboldehausen gibt es im Untereichsfeld und im unmittelbar angrenzenden Bereich neben dem Nachwuchs in Seulingen und Obernfeld zwei Jungtiere in Westerode, Seeburg, Lütgenhausen und Wollbrandshausen sowie drei in Ebergötzen.

Storchenfest mit syrischer Musik

Seeburg. Landwirt Ludwig Pape richtet am Sonntag, 26. Juni, auf seinem Hof an der Eichsfeldstraße 83 in Seeburg ein Storchenfest aus. Dabei sollen die Störche beringt werden. Für Verpflegung sei gesorgt, erklärt der Landwirt, der auch eine Feldrundfahrt mit Informationen zum ökologischen Landbau organisiert. Darüber hinaus wollen Mitglieder des Bündnisses gegen Rechts „Duderstadt bleibt bunt“ mit einem Stand über ihre Arbeit informieren. Dazu spielen Menschen aus Syrien Musik aus ihrer Heimat. rf

Obernfeld ist Spitzenreiter

Spitzenreiter beim Storchennachwuchs in der Region ist Obernfeld. Dort hat der ehrenamtliche Weißstorchbetreuer Georg Fiedler am Donnerstag vier Jungstörche aus dem Nest in der „Storchenwiese“ beringt. Das 2011 in Halberstadt beringte Storchenweibchen hat vor zwei Jahren bereits drei Jungstörche erfolgreich in der Obernfelder Storchenwiese groß gezogen, berichtet Mitinitiator und Unternehmer Thomas Ehbrecht. Ein anderes Elternpaar sei 2015 mit zwei Jungstörchen auf dem Nest gewesen. Der Erfolg der Storchenmission werde am Sonntag, 17. Juli von 14 bis 18 Uhr mit einem Storchenfest auf der Wiese an der Hahle gefeiert. art

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