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Blaualgen trüben Badesaison-Bilanz

Brütende Hitze Blaualgen trüben Badesaison-Bilanz

„Nutzen Sie die letzten Tage der Saison“, heißt es auf der Homepage der Gemeinde Seeburg. Das bleibt wohl ein frommer Wunsch. Die Schwimmbad-Saison endet am 4. September, eine Aufhebung des wegen Blaualgen verhängten Badeverbots ist aufgrund der aktuellen Hitzewelle nicht absehbar.

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Blaualgen im Seeburger See.

Quelle: Jan Helge Schneemann

Seeburg. Leidtragende sind Badegäste, die Gemeinde als Betreiber des Naturschwimmbads und der Kiosk auf dem Freibadgelände. Melanie Kurth-Hildebrandt, die den Freibad-Kiosk zum Saisonstart gepachtet hat, beklagt „Verluste, die an die Existenz gehen.“ „Perfektes Wetter und Badeverbot, das ist eine absolut unglückliche Konstellation und der krönende Abschluss einer wegen wechselhaften Wetters mauen Saison“, bedauert Platzwart Dieter Weidemann. Dem See mangele es an Sauerstoff, der Wasserspiegel sei zurzeit mindestens 30 Zentimeter tiefer als üblich. „Wir weisen jeden Gast auf das Badeverbot hin - und alle halten sich auch daran“, sagt Weidemann: „Das Gesundheitsamt kommt jeden Tag zur Kontrolle.“ Immerhin gebe es noch einige Besucher, die Liegewiese und Steg für ein Sonnenbad sowie den mit Frischwasser gespeisten Wasserberg und Kinderbecken nutzen. Auch der Bootsverleih muss den Betrieb nicht einschränken. Gesundheitsprobleme durch die Toxine der als Blaualgen bekannten Cyanobakterien wie akuter Durchfall drohen nur bei Verschlucken von Wasser, bei Hautkontakt kann es zu Reizungen kommen.

Ludwig Pape, Vorsitzender des Vereins Adele (Auge des Eichsfeld - Lebendiger Seeburger See), macht für die Algenblüte auch den Starkregen im Juni verantwortlich. Die Nährstoffeinträge und insbesondere das Phosphat, das mit den Schlammmassen in den See geraten sei, habe die Entwicklung forciert. Die im Rahmen der Flurbereinigung geschaffenen Sandfänge am Bedole-Graben in Richtung Seulingen und der Friesenbeeke oberhalb des alten Seeburger Sportplatzes begrüßt Pape, bemängelt aber ihre Effizienz durch Standorte oberhalb errosionsgefährdeter Anbauflächen. „Das ist besser als nichts, löst die Probleme aber nicht nachhaltig“, meint Pape: „Leider sind andere Standortmöglichkeiten an widerstrebenden Interessen von Grundeigentümern gescheitert.“ Der Landkreis sei redlich bemüht. Den Standort für ein geplantes drittes Rückhaltebecken südlich des Campingplatzes hält Pape für sinnvoll. Der Verein wolle sich mit 10 000 Euro an den Kosten des Landkreis-Projektes beteiligen.

Nach der Algenblüte befürchtet Pape jetzt ein Muschelsterben im See. Bislang noch kein Fischsterben registriert hat Timo Freckmann, Vorsitzender des Angelsportvereins Seeburger See: „Wenn das heiße Wetter länger anhält, könnte es aber Probleme geben.“

Eine Übersicht der Schwimmbäder und Badestellen der Region mit weiteren Informationen finden Sie hier.

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