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Kirchengemeinden wollen attraktiv sein

Kirchenkreistag Göttingen Kirchengemeinden wollen attraktiv sein

Was tun, wenn frei werdende Pastorenstellen nicht mehr besetzt werden können? In der Region macht man sich, wie in weiten Teilen der Landeskirche, Gedanken über die Attraktivität von Pfarrstellen. Das Ergebnis einer Befragung wurde am Montag im Kirchenkreistag Göttingen vorgestellt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Ebergötzen. Bisher konnten noch alle Pfarrstellen im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen besetzt werden. Doch das könnte sich schon bald ändern. Der bevorstehenden Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge ab 2019 stehen rückläufige Studentenzahlen gegenüber. Nach der Theologenschwemme der 1990er Jahre kommt in den kommenden jahren ein Mangel auf die Kirchen zu. Bei der Suche nach dem geeigneten Bewerber für die eigene Pfarrstelle treten vor allem die ländlichen Gemeinden in Konkurrenz zueinander - auch über die Grenzen der Landeskirchen hinweg, prognostizierte Wiebke Vielhauer, Pastorin in Radolfshausen, am Montag während der Kirchenkreistagssitzung in Ebergötzen.

 

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, habe man sich schon jetzt mit der Frage beschäftigt, was eine Pfarrstelle attraktiv macht. Der Stellenplanungsausschuss hatte die Gemeinden angeschrieben und aus den Antworten jetzt eine Liste von möglichen Faktoren zusammengestellt. Dabei wurde die spirituelle Ausstrahlung einer Kirche ebenso genannt, wie die Infrastruktur der Orte, die Anzahl der Predigtstätten oder die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen. Auch ein durchdachtes Gebäudemanagement, verlässliche Freizeit und Weiterbildung oder qualitative Kirchenmusik könnten zur Anziehungskraft eines Pfarramts beitragen. Aber nicht alle Faktoren ließen sich vor Ort beeinflussen, so Vielhauer.

Potpouriestellen weniger beliebt

Und was erwarten die zukünftigen Pastoren? Diese Frage stellte Vielhauer am Montag der jungen Vikarin Franziska Baden. Aus eigener Erfahrung oder aus Gesprächen mit ehemaligen Kommilitonen berichtete sie über die Prioritäten moderner Pastoren. Bei vielen stünde die 100-Prozent-Stelle mit verlässlicher Vertretungsregelung hoch im Kurs. Potpouriestellen mit zahllosen Predigtstätten und Sonderaufgaben seien hingegen weniger beliebt. Viele zöge es zudem in die Nähe größerer Städte, denn dort seien in der Regel nicht nur die Berufschancen für Ehepartner sondern auch Kinderbetreuung und Freizeitmöglichkeiten besser, erzählte Baden.

 

Zudem seien ihre jungen Kollegen mehrheitlich ausgewiesene Teamarbeiter, die auch in der Gemeinde keine Probleme mit Zusammenarbeit haben werden. Allerdings müsse es geschützte Bereiche der Privatsphäre und der Freizeit geben. Ob das mit einem Leben im Pfarrhaus kompatibel sei, müsse jeder für sich entscheiden dürfen. Aktuell gibt es aktuell noch die Verpflichtung, vor Ort zu wohnen. Nicht immer unter idealen Bedingungen.

 

Noch in diesem Jahr wird der Kirchenkreis Göttingen Pastor Wolfgang Schäfer verabschieden. Ab Herbst ist dann die Pfarrstelle in Kerstlingerode frei. Sechs Predigtstätten in der Gemeinde Gleichen, ländliche Struktur, 30 Minuten bis in die nächste Stadt. "Hier haben wir noch keine Nachfolgelösung", sagte Superintendent Friedrich Selter am Montag. "Es wird nicht ganz leicht."

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