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Landkreis ermittelt nach Kahlschlag

Vorarbeiten für Traumspielpark sind aus dem Ruder gelaufen Landkreis ermittelt nach Kahlschlag

Um Platz für neue Geräte, Baustraße und Blickachsen zu schaffen, hat der Landkreis Göttingen in begrenztem Umfang Gehölzarbeiten auf dem Spielplatz am Seerundweg genehmigt. Die sind derart aus dem Ruder gelaufen, dass jetzt wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz ermittelt wird.

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Auf dem Spielplatz wurden reihenweise Bäume gefällt.

Quelle: Mahnkopf

Seeburg. Die Euphorie über den Traumspielpark im Wert von 140 000 Euro, den die Gemeinde bei einer Voting-Aktion von Radio ffn gewonnen hat, hat einen Dämpfer bekommen. Freiwillige Helfer haben offensichtlich im Übereifer über die Stränge geschlagen. Auf Anfrage hatte das Seulinger Garten- und Landschaftsbauunternehmen Lars Denecke zugestimmt, unentgeltlich Schnittarbeiten zu übernehmen. Mit der unteren Naturschutzbehörde wurden im Vorfeld Bäume und Sträucher festgelegt, die gefällt oder zurückgeschnitten werden durften.

„Mit dem Kreis wurde Rechtssicherheit hergestellt, die vereinbarten Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt“, sagt Denecke, der auch Bäume mit Vogelnestern markiert hatte. Später wurde dann aber festgestellt, dass auch diese Bäume gefällt und Sträucher bis auf den Stock zurückgeschnitten wurden. Der gesamte Bewuchs um die Seeburger Tennisplätze wurde beseitigt.

Das bestätigt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann. Die mit den Maßnahmen beauftragte Firma habe die Gehölze vor den Arbeiten detailliert kontrolliert, mindestens vier Nester besonders geschützter Brutvögel festgestellt, diese Gehölze und benachbarte Bäume gekennzeichnet. Nach den Arbeiten habe es dann Hinweise gegeben, dass Gehölze über das genehmigte Maß hinaus beseitigt wurden. Eine Ortsbesichtigung durch Vertreter der unteren Naturschutzbehörde habe ergeben, dass auf rund 800 Quadratmetern Fläche Gehölze gefällt oder stark zurückgeschnitten wurden:

„Eine Zustimmung seitens der Naturschutzbehörde war für eine Gesamtfläche von 100 Quadratmetern erteilt worden.“ Auch die gekennzeichneten Gehölze seien gefällt worden, sagt Lottmann: „Es muss davon ausgegangen werden, dass die Nester zerstört und Jungvögel geschädigt wurden. Gemäß Naturschutzgesetz ist deshalb die Einleitung eines Ordnungswidrigkeiten-Verfahrens zwingend notwendig.“ Seeburgs Bürgermeister Harald Finke (CDU) zeigt Verständnis für das Vorgehen des Kreises. Ansonsten will er sich zu dem Thema erst äußern, wenn weitere Gespräche mit dem Landkreis geführt und Detailfragen geklärt worden sind.

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