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Mehls als 300 Gäste in Landolfshausen

Landvolktag Mehls als 300 Gäste in Landolfshausen

Die Agrarpolitik der Europäischen Union: Einen Vortag darüber hat Peter Jahr, CDU-Europa-Abgeordneter aus Sachsen, vor mehr als 300 Gästen beim Landvolktag im Landolfshäuser Dorfgemeinschaftshaus gehalten. Viele Widersprüche räumte Jahr bei dem Versuch, die EU-Agrarpolitik zu erklären, ein.

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Referent Jahr spricht beim Landvolktag in Landolfshausen.

Quelle: Pförtner

Landolfshausen. Warum beispielsweise Direktzahlungen an Bauern in Südtirol 80 Euro pro Jahr und Hektar betragen, im Flachland allerdings 550 Euro, das sei kaum erklärbar. Gleiches gelte für die Milchwirtschaft –  wenn beispielsweise für eine Kuh in Frankreich 74 Euro gezahlt werden, für eine in Ungarn 300. Pro Jahr werden in der EU durchschnittlich 326 Euro pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche gezahlt. In Deutschland sind es 364, in Slowenien 574. „Das ist historisch gewachsen“, sagte Jahr. Diese Floskel sei seine Antwort auf alles, was nicht erklärbar sei. Er benutzte sie mehrfach an diesem Morgen beim Landvolk.

Hubert Kellner, Vorsitzender des Göttinger Landvolkverbandes, begrüßte zu Beginn neben vielen Mitgliedern auch eine Reihe Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kirche und öffentlichem Leben. Dechant Wigbert Schwarze attestierte in seiner kurzen „Regimentspredigt“ Kirchen, Krankenhäusern und Landvolk eine wichtige Gemeinsamkeit. „Sie alle sind nah am Menschen“, sagte der Katholik. „Wir sitzen in einem Boot.“

Kellner blickte auf eine „durchschnittliche Ernte trotz Wetterkapriolen“ im vergangenen Jahr  zurück und kritisierte, dass die landwirtschaftlichen Familienbetriebe mehr und mehr „am Pranger stehen“. Jüngstes Beispiel sei die Stimmungsmache um das als Umweltgift in Verruf geratene Pflanzenschutzmittel Glyphosat.  „Eine neue Studie gibt nämlich Entwarnung“, so Kellner.

Von der Politik wünscht sich Kellner klare „Leitplanken“, an denen sich die Bauern orientieren können. „Wir fahren zur Zeit offenen Auges unsere Familienbetriebe an die Wand“, sagt er. Kellner kritisierte auch, die immer noch weiter wachsende Bürokratie. Direktzahlungen gebe es nur, wenn Umweltauflagen erfüllt seien. „Wir brauchen keine Auflagen aus Brüssel. Wir leben des Prinzip der Nachhaltigkeit – beispielsweise wenn wir unsere Betriebe von Generation zu Generation weiter geben“.

Kellners Wunsch, dass die Landwirtschaft auch im Südniedersachsenprogramm Niederschlag finden soll, griff Landrat Bernhard Reuter (SPD) auf. „Den Wunsch nehme ich sehr gerne auf“, sagte er. „Der Landkreis will für Landwirte gute Bedingungen schaffen“, sagte er. Reuter ging in seinem Grußwort auch darauf ein, dass man „einen guten Kompromiss“ bei dem Streit um das neue Naturschutzgebiet Seeanger am Seeburger See gefunden habe. „Wir haben für die Landwirtschaft rausgeholt, was rauszuholen war“. Das allerdings sah ein Landwirt im Publikum ganz anders. Es sei kaum eine strengere Auslegung der Naturschutzregeln möglich, schimpfte er und warf dem Landrat  „Phrasendrescherei“ vor.

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