Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Aktuelle Trends und aussterbende Handwerkskünste

9. Ebergötzer Kunsthandwerkermark Aktuelle Trends und aussterbende Handwerkskünste

Mehr als 30 Aussteller haben ihre Waren beim 9. Ebergötzer Kunsthandwerkermarkt in der Sporthalle des Ortes präsentiert. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit zu einem Sonntagsnachmittagsbummel.

Voriger Artikel
Zwischen Zielsicherheit und Gaudi
Nächster Artikel
Fahranfänger landet auf dem Dach

9. Kunsthandwerkermarkt in Ebergötzen.

Quelle: Schneemann

Ebergötzen. Mit einem Platz zentral in der Halle fiel das Angebot Schmied Franz Vollmer aus Krebeck und dem Bernshäuser Wolfram Garre schnell auf. Zwischen Weihnachtsdeko, Handarbeit und Schmuck wirkten die Messer und Schwerter fast schon exotisch. Gemeinsam mit Garre erläuterte der Schmied, wie seine Damastmesser produziert werden. Der Rentner betreibt in seinem Garten eine kleine Schmiede, in der er auch Kurse anbietet. Der Bernshäuser Garre ergänzte die Auslage mit Taschenmessern, die er in Handarbeit herstellt und für die er Klingen des Krebecker Schmieds benutzt.

Wie zu Großvaters Zeiten

Auch in der hinteren Ecke der Halle, wo Bernd Fröbel aus Neustadt im Harz ein weiteres historisches Handwerk zeigte, waren Messer von Völlmer im Einsatz. Der Korbmachermeister demonstrierte die Anfertigung von rustikalen Körben wie zu Großvaters Zeiten - eine Arbeit, für die der 75-Jährige vor 60 Jahren mit seiner Ausbildung begann. „Das ist ein aussterbendes Handwerk“, sagte er wehmütig mit dem Hinweis auf maschinelle Produktionen und vor allem die billigen Löhne in Fernost. „Aber so lange es Spaß macht, werde ich weitermachen“, erklärte er.

Ebenfalls ein mittlerweile seltenes Handwerk führte Christina Emser vor. „Ich bin hier das Rumpelstilzchen vom Dienst“, erklärte die Ebergötzerin, wobei sie aber weniger auf das Herumspringen des kleinen Märchenmännchens anspielte, sondern mehr auf dessen Fähigkeiten am Spinnrad. Sie saß neben dem Eingang des Hallenbereichs und spann Wolle.

Natürliche Orientierung

Einen aktuellen Trend bediente Heike Richter. Die Rosdorferin bot selbstproduzierte Naturkosmetik an. „Ich verwende unter anderem viele Stoffe, die auch in der Küche Anwendung finden wie Natron, Zitronensäure oder Milchpulver“, erklärt sie und betont, dass sie mit dieser Arbeit ihre Profession gefunden habe. Dafür gab sie vor drei Jahren ihren Beruf auf, um sich komplett umzuorientieren. „Ich habe den Schritt nie bereut“, erzählte sie.

Gemütlicher Nachmittag

Ihren Bummel beim Kunsthandwerkermarkt werden wohl auch die Besucher nicht bereut haben. Sie drängten sich zwischen den Ständen, stöberten und kauften, was ihnen gefiel. Zwischendurch blieb auch Zeit für ein Gespräch, an einem gemütlichen Nachmittag in der Ebergötzer Sporthalle.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana