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Luft für 30 Minuten

Neue Atemschutzübungsstrecke Luft für 30 Minuten

Psychischer Stress, hohe körperliche Anstrengung, schlechte Sicht, räumliche Enge - die Atemschutzübungsstrecke im Feuerwehrtrainingszentrum Potzwenden verlangt den freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen viel ab. Am Sonnabend ist die neue Anlage in Betrieb gegangen.

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Quelle: Harald Wenzel

Potzwenden. Markus Kunze ist komplett nassgeschwitzt. Seine Atmung geht schnell. Mit seinem Team hat der Feuerwehrmann aus Nienhagen gerade die Atemschutzübungsstrecke hinter sich gebracht. Die Anstrengung ist dem 40-Jährigen noch ins Gesicht geschrieben. "Gut, aber sehr anstrengend", lautet Kunzes Fazit.

350.000 Euro hat die neue Strecke dem Landkreis gekostet. Die alte war nach 33 Jahren im Einsatz in die Jahre gekommen. Auf der Atemschutzübungsstrecke proben die freiwilligen Brandbekämpfer den Ernstfall mit Atemschutzgerät. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen durchläuft nicht nur jedes neue Feuerwehrmitglied bei der Erstausbildung die Strecke. Regelmäßiges Training sei für alle auch danach Pflicht, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Atemschutz, so Niesen, komme bei jedem Brand zum Einsatz.

Robert Fricke, Kreisschirrmeister der Feuerwehr, erläutert, dass es Ziel gewesen, auf der neuen Strecke die Trainingsbedingungen so realistisch wie möglich zu gestalten. Kunstnebel ersetzt den echten Rauch, über Lautsprecher wird die Geräuschkulisse eines Brandes eingespielt, Leuchten simulieren Feuer und Blaulicht. All diese Komponenten erzeugten eine große Stresssituation, erläutert Fricke. Am Leitstand der Anlage überwacht Schulungspersonal mit Wärmebildkameras das Geschehen auf der Strecke und kann eingreifen, sollte es etwas passieren.

 

Aufgabe für die Vierer-Trupps ist es sich einen Weg durch die Strecke zu bahnen. Es geht über und unter Hindernisse hindurch, die Wege sind eng, die Sichtweite ist durch das Atemgerät eingeschränkt und beträgt durch den Rauch kaum mehr als einen Meter, zu ihrer normalen Einsatzkleidung tragen die Feuerwehrleute zusätzliche 3o Kilo durch die unhandliche Atemschutzausrüstung. Da kann es in der drei Meter langen, nur 60 Zentimeter durchmessenden Röhre eng werden. Hier sei Teamgeist gefragt, sagt Kunze. 

 

Für die 60-Meter-Strecke benötigen sie zwischen 15 und 20 Minuten. Die Atemluft in den Geräten reiche für 30 Minuten, sagt Fricke. Wichtig sei es für die Feuerwehrleute zu lernen, sich auf ihre Atmung zu konzentrieren, um so sparsam mit der Luft umzugehen.

 

Für Kreisrätin Christel Wemheuer ist es selbstverständlich, dass die Feuerwehr im Landkreis modern ausgestattet ist. Die beträchtliche Investition in die neue Trainingsanlage zeige, dass der Landkreis im freiwilligen Bereich nicht spare.

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