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Pater Cherian wechselt von Seulingen nach Hannover

Abschied von der Kirchengemeinde Pater Cherian wechselt von Seulingen nach Hannover

„Ich verlasse das Eichsfeld, aber nicht die Eichsfelder“, sagt Pater Cherian Marottickathadathil (45). Drei Jahre und zwei Monate war der gebürtige Inder in der Pfarrei Seulingen tätig. Nun wechselt er mit dem Eichsfelder Franz Kurth, der derzeit in Northeim als Pfarrer wirkt, zur Gemeinde in Hannover-Roderbruch.

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Pater Cherian Marottickathadathil bei der Segnung von Fahrrädern.

Quelle: Foto: Artmann

Seulingen. „Ich verlasse das Eichsfeld, aber nicht die Eichsfelder“, sagt Pater Cherian Marottickathadathil (45). Drei Jahre und zwei Monate war der gebürtige Inder in der Pfarrei Seulingen tätig. Nun wechselt er mit dem Eichsfelder Franz Kurth, der derzeit in Northeim als Pfarrer wirkt, zur Gemeinde in Hannover-Roderbruch.

„Das wird eine große Umstellung“, weiß Pater Cherian. Im ländlisch geprägten Eichsfeld hätten ihn „die netten, freundlichen Menschen“ gekannt. Auf der Straße sei er angesprochen worden. Autofahrer hätten ihm im Vorbeifahren zugewinkt. Nun komme er erstmals in seinem Leben in eine anonyme Großstadt. 12.000 Katholiken in drei Kirchorten zähle die Pfarrei, in der er Kurth unterstützen werde.

Hochhaussiedlung

Die Hochhaussiedlung Roderbruch sei „multikulturell“ geprägt, weiß der Pater, der dem Orden der Missionare des heiligen Franz von Sales angehört. Sich auf Menschen aus anderen Kulturkreisen einzustellen, habe er bereits in seiner Heimat gelernt. „Als Missionar arbeitete ich viele Jahre im Nordosten Indiens, drei Tage Zugreise von meinem Heimatbundesstaat Kerala entfernt“, erzählt er. Dort lebten viele Ureinwohner-Völker. In einem Dorf sprächen die Einheimischen zum Teil sechs, sieben verschiedene Sprachen.

„Ich war damals ganz auf mich gestellt“, erinnert er sich. Nur mit einem Koffer sei er in einer kaum erschlossenen Gebirgsregion eingetroffen. Strom hätten die Menschen mit dem Generator erzeugt. Gewohnt habe er anfangs in einer Strohhütte. Nach und nach sei eine Missionsstation mit Schule und Krankenstation entstanden. „Stressig“ seien seine Arbeitstage damals gewesen, erzählt er. Organisatorische Aufgaben hätten viel Kraft gefordert.

„Im Eichsfeld konnte ich mich dagegen ganz auf Verkündigung und Seelsorge konzentrieren“, freut sich der Pater. Sein Chef, Pfarrer Michael Kreye, sagt: „Ich habe ihm zum Beispiel die ganze Kirchenvorstandsarbeit abgenommen.“ Der Pater feierte Messen. Mit den Besucherzahlen zeigt er sich zufrieden. In Alfeld, seiner vorangegangenen Station in Deutschland, habe er freitagabends mit drei bis fünf Christen die Messe gefeiert, in Obernfeld seien es 50 bis 60 Gläubige gewesen.

Beeindruckt haben den Pater die vielen Messdiener, die ihm am Altar dienten. Gut 100 gebe es in der Pfarrei. In jedem Kirchort kümmerten sich Ehrenamtliche um die Ministrantenarbeit. Besonders gut gefiel dem Geistlichen, dass immer auch mehrere Messdiener bei Beerdigungen halfen und mit ihm die Prozession von der Kirche zum Friedhof gestalteten.

Indienreise

„.

Missionare des heilige Franz

Pater Cherian („Cyriakus“) Marottickathadathil stammt aus dem südindischen Bundestaat Kerala, wo er 1972 als fünftes von sieben Kindern zur Welt kam. Nach der Schulzeit schloss sich der 15-Jährige dem Orden der Missionare des heiligen Franz von Sales an. Nach dem Studium der Philosophie und der Theologie empfing der 27-Jährige 1999 empfing die Priesterweihe. Bis 2011 war er als Missionar in Nordostindien tätig. Sein Provinzial schickte ihn dann für zehn Jahre ins Bistum Hildesheim, das unter Priestermangel leidet. „Gehorsam ist ein Teil unserer Ordensgelübde“, sagt der Pater.

Pater Cherian feiert am Sonntag, 10. September, um 10.30 Uhr seinen Abschiedsgottesdienst in Seulingen. Am Sonntag, 24. September, wird er in Hannover-Roderbruch in sein neues Amt eingeführt. Anmeldungen zur Busfahrt von Seulingen nach Hannover sind im Pfarrbüro möglich, Telefon 05507/418.

Von Michael Caspar

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