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Heißer Arbeitsplatz ist einsatzbereit

Schmiede im Museum Heißer Arbeitsplatz ist einsatzbereit

Mit der Eröffnung einer historischen Schmiede hat Ortsheimatpfleger Willi Hartmann die Sammlung im Waaker Landwirtschaftsmuseum komplettiert. Gleichzeitig hat die Metall-Innung Südniedersachsen diesen Anlass dafür genutzt, auf dem Gutshof von Wangenheim ihr Sommerfest abzuhalten.

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Quelle: mah

„Von der Gartenarbeit bis zur Mettwurst“ lautete das Motto, unter dem Hartmann Mitte in den 1970er-Jahre seine erste landwirtschaftliche Ausstellung ins Leben gerufen hatte. In der ehemaligen alten Dorfschmiede sammelten sich schnell Pflüge und Grasmäher, aber der Raum für das historische Gerät wurde schnell zu klein. Im Jahr 2003 stand der ehemalige Kuhstall auf dem Gutshof von Wangenheim für eine neue Nutzung zur Verfügung. Ortsheimatpfleger Hartmann zögerte nicht, seine Ausstellung dort unter günstigeren Bedingungen neu zu eröffnen. Ein dort veranstaltetes Oldtimer-Treffen im Jahr darauf machte die Einrichtung an neuer Stelle bekannt, und auch jetzt wurden viele ansässige Bauern nicht müde, dem Museum eigene historische Gerätschaften zur Verfügung zu stellen, berichtete der gebürtige Waaker.

„In seinem landwirtschaftlichen Museum zeigt der Heimatverein Waake/Bösinghausen mehr als 1000 Exponate vom Pflug bis zur Hochzeitskutsche“, erläuterte Hartmann beim Gang durch die Ausstellung. Besonders stolz ist er darüber, dass Schulklassen seine Schau im Rahmen ihres Werkunterrichts besuchen. Was aber seit Anbeginn in seinem Museum gefehlt hatte, war der historische Arbeitsplatz eines Schmieds.

„Museum erinnert mich an meine Jugend“

Hartmann selbst hat Schmied gelernt, und diesen Beruf auch lange ausgeübt. „Das Museum mit seinen landwirtschaftlichen Geräten erinnert mich an meine Jugendzeit, ganz besonders aber der neu eingerichtete und einsatzbereite Arbeitsplatz eines Schmieds“, so der 83-Jährige, und ließ sich nicht davon abhalten, Feuer anzufachen, und den anwesenden Mitgliedern der Metall-Innung Südniedersachsen eine Lehrstunde im Schmiedehandwerk zu geben.

Es sei der Umgang mit glühendem Eisen, was den Beruf des Schmieds so besonders macht. Man benötige einen Hammer und einen Amboss, und man könne beinahe alles daraus formen, so Willi Hartmann, der früher unter anderem 160 Pferde in Waake und Umgebung mit Hufeisen zu beschlagen hatte.

Schließlich präsentierte Ortsheimatpfleger Hartmann noch eine echte Rarität, die auch Frank Lipphardt beeindruckte. „Solch eine alte Urkunde habe ich noch nicht gesehen“, so der Obermeister der Metall-Innung Südniedersachsen, beim Blick auf den gerahmten Gesellenbrief. Diese Urkunde belegt, dass Willi Hartmanns Großvater im Jahr 1855 seine Abschlussarbeit vor der Schmiede- und Schlosserinnung abgelegt hat.

mah

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