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Recycling aus der Not heraus

Sonderausstellung „WeltSpielZeug“ Recycling aus der Not heraus

Kinder, die kein Spielzeug haben, können sehr kreativ werden. Was sie aus Abfallmaterialien herstellen, zeigt die neue Sonderausstellung „WeltSpielZeug“, die im Europäischen Brotmuseum vom Kinderhilfswerk Plan International eröffnet worden und bis zum 12. November 2017 zu sehen ist.

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Agnieszka Steuerwald, Marc Tornow und Wilhelm Bruinjes präsentieren die Ausstellung WeltSpielZeug im Europäischen Brotmuseum.

Quelle: Nachtwey

Ebergötzen. Fotografien zeigen Kinder aus den drei Kontinenten Afrika, Asien und Lateinamerika. Ihre Gemeinsamkeiten liegen darin, dass sie in Armut aufwachsen und kein Spielzeug besitzen - außer dem, was sie aus Abfallmaterialien selbst hergestellt haben. Dass sie damit zumindest dem Recycling-Gedanken der reichen Industriestaaten weit voraus sind, betont auch Marc Tornow von Plan International Deutschland. Das Kinderhilfswerk hat die Ausstellung konzipiert. „Wir haben im Jahr 2002 mit etwa 140 Exponaten angefangen. Inzwischen sind rund 280 Stücke zusammengekommen“, beschreibt er die stetige Weiterentwicklung des Konzeptes. Unter anderem gelangen die aus Holzleisten gebauten Autos, aus Badelatschen zusammengepressten Fußbälle, aus Stofffetzen genähten Puppen oder aus Blechdosen gebastelten Musikinstrumente über Patenschaften nach Deutschland. „Die Kinder schicken ihren Pateneltern selbst gebautes Spielzeug, um sich an der Ausstellung zu beteiligen“, sagt Tornow.

Agnieszka Steuerwald, Museumspädagogin des Brotmuseums und Kuratorin der Ausstellung, will das Konzept mit Aktionen ergänzen. „Der Zugang zu industriellem Spielzeug ist leicht in Deutschland. Mit verschiedenen Kreativangeboten wollen wir Kinder hierzulande dafür sensibilisieren, dass es in anderen Ländern nicht selbstverständlich ist, Spielzeug zu haben, und auch, dass es Rohstoffe kostet, Spielzeug herzustellen“, sagt sie.

Wilhelm Bruinjes, Geschäftsführer des Museums, ergänzt, dass sich bei der Sonderausstellung „WeltSpielZeug“ auch die ältere Generation an Zeiten der Not nach dem Krieg erinnert fühle, wo ebenfalls aus Lumpen Spielzeug gebastelt wurde. Spielzeug sei ebenso ein Grundrecht der Kinder und maßgeblich für ihre Entwicklung wie Brot oder Bildung, betont Tornow.

Die Ausstellung umfasse verschiedene Räume des Museums, wo auf jeden der drei Kontinente besonders eingegangen werde, erklärt Steuerwald. Nicht nur Spielzeug und Fotos, auch das jeweils typische Brot und Getreide als Grundnahrungsmittel wird gezeigt. Mit Back- und Kreativangeboten für jede Altersstufe will das Team im Brotmuseum weitere Aspekte und Anregungen in die Sonderausstellung bringen. Infos bei brotmuseum.de.

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