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Sterben und Tod Thema bei Waaker Erzählcafé

Hospize als Orte des Lebens Sterben und Tod Thema bei Waaker Erzählcafé

„Glücklich und zufrieden ist sie eingeschlafen“, schilderte Beatrice Magerhaus den Tod ihrer Mutter in einem Hospiz. Um den „letzten Weg“ ging es im jüngsten Erzählcafé im Dorfgemeinschaftshaus Waake. Um Sterben, Tod und wie sich Sterbende und Angehörige verhalten können.

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Hospizseelsorger Gottschalt.

Quelle: GM

Waake. „Mich“, führte Klaus Gottschalt aus, „erschrecken Tod und Trauer nicht.“ Der Diakon ist Seelsorger im Hospiz „An der Lutter“ in Göttingen. Tod und Trauer sind für ihn beinahe alltäglich: „Das Hospiz ist ein Ort des Lebens.“ Lachen, scherzen, auch streiten dürfe man sich dort. Ein „wunderbarer Ort zu leben, besonders wenn ich weiß, dass ich nicht mehr kann.“ Es gehe dann nicht mehr um Heilen, sondern um Erträglichmachen des Schmerzes. „Da berühren sich Himmel und Erde“, zitierte Gottschalt ein bekanntes Kirchenlied.

 
Gut 30 Waaker und Gäste waren zum Erzählcafé gekommen, ein Gros davon um die 70. Ein Alter im Herbst des Lebens, in dem sich frühere Generationen auf einen „guten Tod“ vorbereitet haben. „Mein Verstand sagt mir, dass ich weiß, sterben zu müssen“, sagte der Diakon, „aber meine Seele lässt diese Sache nicht zu.“ Es sei letztlich eine Unverfügbarkeit dieses letzten Ganges, den jeder für sich beschreiten müsse.

 
Etwa 70 Prozent der Bundesbürger stürben mittlerweile in Alten- oder Pflegeheimen, wenige nur noch zu Hause. Ein „guter Ort“ sei jedoch ein Hospiz- oder ein Palliativplatz. Viele Gäste blühten noch einmal auf und schliefen dann beruhigter und schmerzfrei ein, so wie die Mutter von Magerhaus. Doch noch gäbe es zu wenige davon: gerade einmal sieben Hospizbetten in Göttingen. Es war ein stilles Erzählcafé, viele beschäftigten sich mit Fragen über das – eigene – Sterben und darüber hinaus. Was wird aus Angehörigen? Wie teuer wird eine Beerdigung? Was kann ich vorher regeln, wen muss ich benachrichtigen? Einige dieser Frage beantwortete Ingeborg Kurdt, ging auf den Tod in verschiedenen Kulturen ein.
Das nächste Erzählcafé soll sich im kommenden Jahr wieder einem heitereren Thema zuwenden.

 

Von Gunnar Müller

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