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Die halbe Schulklasse will an eine andere Schule wechseln

Ebergötzen Die halbe Schulklasse will an eine andere Schule wechseln

Drei Lehrerinnen haben die Grundschule Ebergötzen bereits im Streit verlassen. Nun wollen auch zehn von 19 Schüler der neuen vierten Klasse wechseln. Am Dienstag werden drei freie Plätze an der Grundschule Seulingen verlost - zwei Tage vor Beginn des Schuljahrs. Die Eltern sind beunruhigt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Ebergötzen. „Wenn es mehr Bewerber als Schulplätze gibt, entscheidet das Los“, sagt Arne Behre (SPD), Bürgermeister der Samtgemeinde Radolfshausen. Das sei nicht ungewöhnlich. Die Samtgemeinde, die Trägerin der drei Grundschulen in Ebergötzen, Seulingen und Waake, stelle der Landesschulbehörde ihre Räume dafür zur Verfügung. Die Entscheidung liege bei der Behörde.

Die Verlosung zerrt an den Nerven der Eltern und ihrer Kindern. „Ich musste meiner Tochter versprechen, dass sie nicht wieder zurück nach Ebergötzen muss“, sagt eine Mutter (Name der Redaktion bekannt). Nun habe sie Angst, dass sie das Versprechen nicht einlösen könne. Die Ankündigung der beliebten Klassenlehrerin vor den Sommerferien, dass sie die Schule aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Schulleiterin verlassen werde, habe zu „dramatischen Szenen“ geführt. Kinder seien in Tränen ausgebrochen.

„Meine Tochter hat die ganzen Ferien über nicht schlafen können“, berichtet eine andere Mutter (Name der Redaktion bekannt). Sie wisse nicht, was sie tun solle, wenn ihre Tochter nicht unter den ausgelosten Kindern sei. Andere Eltern hätten einen „Plan B“. Mindestens drei Kinder würden bei einer Ablehnung an die Grundschule in Bilshausen wechseln. Ein Elternpaar habe ihr Kind gleich in Waake angemeldet. Auf die Möglichkeit eines Schulbezirkswechsels habe die Landesschulbehörde in einem Brief aufmerksam gemacht.

„Ich fühle mich hilflos“, meint eine dritte Mutter (Name der Redaktion bekannt). Seit Monaten machten Eltern der bisherigen Drittklässler auf die verfahrene Situation an der Grundschule aufmerksam. Sie hätten sich an die Landesschulbehörde gewendet, die auch mit den Lehrerinnen und der Schulleiterin gesprochen hätte - ohne dass eine Lösung gefunden worden sei.

„Wir verstehen nicht, warum die Entscheidung über den Schulwechsel erst zwei Tage vor Beginn des neuen Schuljahrs fällt“, meint ein Vater (Name der Redaktion bekannt). Es sei unwahrscheinlich, dass Zugezogene wenige Tage vor Schulbeginn noch Kinder anmelden wollten.

Stichtag sei der erste Schultag, nimmt Samtgemeindebürgermeister Behre die Landesschulbehörde in Schutz. Er wirbt um Verständnis: „Wenn die vierte Klasse in Seulingen aufgrund von neun neuen Kindern geteilt werden müsste, würde das auch für Unzufriedenheit sorgen.“

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