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Von Prügelstrafe und Lernbegleitern

Haus St. Martinus in Bilshausen Von Prügelstrafe und Lernbegleitern

Zum Thema „Schule früher und heute“ haben sich rund 70 Gäste beim Erzählcafé im Haus St. Martinus in Bilshausen getroffen. „Dabei geht es nicht darum, Vorträge zu hören“, erklärt Initiatorin und Moderatorin Sigrid Jacobi. „Vielmehr sollen die Teilnehmer autobiografische Erinnerungen hervorkramen.“

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Quelle: GT

Bilshausen. Zu Beginn sahen die Gäste einen Film zur Schuleröffnung 1937. Adelheid Strüber, von 1957 bis 1992 Lehrerin, erkannte sich darin als Kind. Sie erzählte aus ihrer Schulzeit - aus Schüler- und Lehrersicht. Dabei erklärte sie, dass manchmal zu viel über verschiedene Lehrmethoden diskutiert wird - zum Beispiel beim Schreiben. „Ob einzelne Buchstaben oder nach der Ganzwort- beziehungsweise Ganzsatzmethode“, sagte die Lehrerin, die im Lauf ihrer Amtszeit alle Methoden miterlebt hat. „Die Schüler lernen das Schreiben ganz allein.“ Dazu berichtete die siebenjährige Erstklässlerin Fidelia Jung aus Bilshausen stolz, dass sie zuerst die Vokale gelernt habe.

Entwicklung von der Schiefertafel zum Tablet

Während die Senioren zum Teil noch mit Griffeln auf Schiefertafeln geschrieben haben, lernte Fidelia es mit Bleistift auf Papier. Doch die Moderatorin ergänzte, dass auch diese Methode vielleicht bald Geschichte sein könnte, denn moderne pädagogische Ansätze sehen vor, dass die Schüler von Beginn an auf Tablets schreiben sollen. „Auch sehen manche Pädagogen den Lehrer eher als Lernbegleiter, der Schülern nur Lernanreize gibt“, so Jacobi.

Ganz anders als beim bislang verbreiteten Frontalunterricht, bei dem in früheren Jahren manchmal auch mit dem Rohrstock versucht wurde, Disziplin durchzusetzen. „Die Prügelstrafe gehörte früher dazu“, sagte der ehemalige Lehrer Klaus Freiberg. „Aber die Kinder kannten es von zu Hause ja auch nicht anders.“

Auch die Möglichkeit einer höheren Bildung war nicht immer selbstverständlich. So habe Englisch nur machen können, wer gut in Deutsch war. Doch für die Schüler hieß es, länger in der Schule bleiben, und die Eltern klagten, neue Bücher kaufen zu müssen. Die siebenjährige Fidelia wird bereits in zwei Jahren als Drittklässlerin die englische Sprache lernen. So ändern sich die Zeiten.

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