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Zukunft als Dorf oder Schlafort?

Reiterhof sorgt im Gemeinderat für Debatte um Ausrichtung Waakes Zukunft als Dorf oder Schlafort?

Die Frist für den Reiterhof in Waake ist Ende März abgelaufen. Die Familie ist weiter im Gespräch mit dem Landkreis, der die Pferdehaltung in der aktuellen Form unter anderem aus baurechtlichen Gründen nicht genehmigt.

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Idyllische Dorfansicht von Waake.

Quelle: Richter

Waake. Doch die Diskussion um den Hof hat im Gemeinderat auch für eine Debatte um die Zukunft des Ortes gesorgt.

Waakes Bürgermeister Johann-Karl Vietor (CDU) bedauert, dass eine Resolution, um sich mit der Familie solidarisch zu erklären, nicht zustande kam. Die hatte im Gemeinderat zwar die Mehrheit gefunden, war aber zuvor im Verwaltungsausschuss nach mehrheitlicher Entscheidung von der Tagesordnung genommen worden. „Die Resolution sollte sich auch gegen die Einstufung Waakes durch den Landkreis richten“, erklärt Vietor. Die Landkreisverwaltung sehe zur Zeit keine Genehmigungsfähigkeit der Reitschule, da es sich nicht um ein Dorfgebiet, sondern um eine „Gemengelage“ handele, hieß es in der vorbereiteten Resolution. Diese sei durch vorwiegende Wohnnutzung sowie teilweise ehemalige landwirtschaftliche Gebäude geprägt. Die Gemeinde lehne diese Interpretation ab. Das Dorfgebiet unterliege zwar auch dem Strukturwandel in der Landwirtschaft, bleibe aber „Dorf“ mit einem nahen Bezug zu Tieren und einer landwirtschaftlichen Nutzung.

Unterstützung erhält der Bürgermeister von Thomas Georg Krull (CDU), der dafür warb, die Reitschule als Aufhänger zu nehmen, „um den Charakter unseres Dorfes zu bestimmen“. Er stellte die Frage: „Sind wir noch ein Dorf oder sind wir nur ein Schlafort, was wir sein nicht wollen?“ Bei letzterem wäre aber jede Art der Tierhaltung ein Problem - ob Bienen oder Landwirtschaft.

Und wie geht es mit dem Reiterhof weiter? „Familie Gaarz hat gegenüber dem Landkreis erklärt, wie die Situation aus ihrer Sicht geregelt werden kann“, erklärt die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer. „Die Kreisverwaltung prüft derzeit die Angaben vor dem Hintergrund rechtlicher Vorgaben und der besonderen Situation in Waake. Ziel war und bleibt eine rechtskonforme Lösung, an der die Familie Gaarz aber auch glaubhaft, nachvollziehbar und mit erkennbarem Willen zur Kooperation mitwirken muss.“

Der Maßstab für den Handlungsrahmen könne dabei aber nicht ein städtisch-urbanes Leben sein, sondern der dörfliche Charakter Waakes, hieß es in der vorbereiteten Resolution. rf

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