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Landkreis kassiert mehr als eine Million Euro

Halbjahresbilanz: Blitzer am Dreieck Drammetal Landkreis kassiert mehr als eine Million Euro

244 000 Euro hat den Landkreis Göttingen der neue Blitzer am Dreieck Drammetal gekostet. Diese Investition hat sich jetzt schon doppelt rentiert. Seit Aufbau der Radarfalle im Januar nahm der Landkreis mehr als eine Million Euro durch Verwarn- und Bußgelder ein. Unfälle gibt es auch keine mehr.

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Dieser Blitzer hat schon über eine Million Euro eingebracht.

Quelle: Heller

Dramfeld. Das erklärte Behördensprecherin Andrea Riedel-Elsner auf Anfrage. Sie betonte jedoch, dass es sich bei den exakt 1 152 309 Euro (Stand 19. Juli) nicht um Nettoeinnahmen handele. Personal- und Sachkosten müssten davon noch abgezogen werden.

Beeindruckende Daten

Gleichwohl sind die Daten beeindruckend, die Riedel-Elsner zum Blitzer vorlegte – und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht. Demnach sind seit Inbetriebnahme der Radarfalle am 28. Januar dieses Jahres gut 26000 Kraftfahrzeuge registriert worden, die mit mindestens 15 Kilometern pro Stunde zu viel auf dem Tacho registriert wurden. Der Landkreis sprach 5671 Verwarnungen mit Verwarngeld aus und leitete 20481 Bußgeldverfahren ein. „Da der zeitliche Ablauf von der Auswertung bis zum Beginn des Verfahrens zu berücksichtigen ist, dürfte die tatsächliche Zahl geringfügig höher sein“, erklärte Riedel-Elsner.

Außerdem sprach der Landkreis gegen 511 Temposünder Fahrverbote aus. Die Spitzenreiter in der Kategorie Pkw brachten es an dem Blitzer auf Geschwindigkeiten von 101, 104 und 110 Kilometer pro Stunde. Ein Lastwagenfahrer wurde gar mit 85 Kilometer pro Stunde gemessen.

In Zahlen liegen Gründe für Blitzer-Bau

In diesen Zahlen liegen auch die Gründe dafür, dass der Blitzer überhaupt gebaut wurde. Denn in der sich gefährlich zuziehenden Abfahrtskurve von der Autobahn 38 auf die Autobahn 7 hatte es in den vergangenen Jahren etliche Unfälle durch Raser gegeben. 2012 wurden dort 29 Unfälle registriert, 2013 bereits 34 und im Folgejahr 57. Polizei, Straßen- und Verkehrsbehörde reagierten und reduzierten  die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer – ohne nennenswerte Erfolge. Auch Überholverbot und Warnhinweise hatten nicht die gewünschte Wirkung. Als letzter Ausweg wurde dann der Blitzer installiert. Mit Erfolg: Seit dessen Inbetriebnahme habe es nach Kenntnis der Bußgeldbehörde „bis heute keinen Verkehrsunfall mehr in dem überwachten Abschnitt der A 38“ gegeben, sagte Riedel-Elsner.

Erlaubt war an der Kurve anfangs Tempo 30, mittlerweile sind es Tempo 60. Das drastisch reduzierte Tempo galt nur für die Zeit der gründlichen Instandsetzung von Mittelschutzplanke und Schutzplanke, die immer wieder von Auto- und Lkw-Fahrern wegen überhöhter Geschwindigkeit gerammt worden waren. Auch wegen der Umstellung hätten sich die Fallzahlen mittlerweile auf 100 Geschwindigkeitsüberschreitungen täglich „eingependelt“, sagte Riedel-Elsner. Dazu trage aber auch bei, dass zwei zusätzliche Tempo-60-Schilder und ein Schild mit der Aufschrift „Radarmessung“ als Warnung an die Verkehrsteilnehmer aufgestellt wurden.

Beschwerden wegen Radarfalle

Diese reagieren, wenn sie dennoch geblitzt wurden, "immer wieder" mit Beschwerden, sagte Riedel-Elsner.  Den Kritikern werde dann ausführlich begründet, warum die Radarfalle aufgestellt wurde. Nur einer ließ sich von den Argumenten der Kreisverwaltung offenbar nicht überzeugen. So habe es einmal einen "Farbanschlag auf das Sichtfenster der Messanlage" gegeben, berichtet Riedel-Elsner. Dieser habe aber nicht zur Beeinträchtigung des Messverlaufes geführt, sondern nur kurzfristig die Fahrererkennung erschwert.

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