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Enttäuschung in Obernjesa

Unbekannte fackeln Osterfeuer zu früh ab Enttäuschung in Obernjesa

Fassungslosigkeit und Enttäuschung in Obernjesa: Unbekannte haben in der Nach zu Karfreitag das Osterfeuer angezündet und zerstört. Die Feuerwehr konnte es nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Ein Osterfeuer wird es am Sonnabend dennoch geben - auch dank der Hilfe aus den Nachbarorten.

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Quelle: r

Obernjesa. Gegen 3 Uhr war der Alarm bei der Ortsfeuerwehr Obernjesa eingegangen. "Als wir am Osterfeuerplatz ankamen, stand das Osterfeuer schon zur Hälfte in Flammen", sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Jan Hintze. "Wir haben noch alles versucht, dann aber schnell aufgegeben. Da war nichts mehr zu retten", so Hintze. "Wir konnten das Feuer nur noch kontrolliert abbrennen lassen."

Unbekannte haben das schon aufgeschichtete Osterfeuer auf dem Jägerberg in Obernjesa vorzeitig abgebrannt.

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"Jetzt erst recht"

Erst seien die Mitglieder des Feuerwehrvereins, der das Osterfeuer zusammen mit dem Ortsrat ausrichtet, sehr enttäuscht gewesen. Kurz habe man sogar überlegt, das Osterfeuer ausfallen zu lassen. Nach dem ersten Schock seien sich aber alle einig gewesen: "Jetzt erst recht", gibt Hintze die Stimmungslage im dem Ort, der zur Gemeinde Rosdorf gehört, wieder. "Wir haben uns schließlich viel Mühe gegeben, außerdem haben wir 600 Würstchen bestellt."

Doch woher sollten die Ausrichter so schnell neues Holz für das Osterfeuer bekommen? Diese Frage klärte sich relativ schnell. "Die Hilfsbereitschaft war echt enorm, nachdem sich unser Pech herumgesprochen hatte", sagt Hintze. Landwirte aus Obernjesa hätten sofort signalisiert, neues Material zu liefern. Die Organisatoren des Rosdorfer Osterfeuers erklärten sich bereit, Strauchschnitt von ihrem Osterfeuer abzugeben.

Hilfe aus den Nachbarorten

Außerdem werden alle, die am Sonnabend Holz für das Osterfeuer in Rosdorf anliefern, gebeten, auch Material nach Obernjesa zu bringen.  Auch aus Sieboldshausen und Niedernjesa wurde den Nachbarn aus Obernjesa Unterstützung zugesagt. "Damit ist klar: Das Osterfeuer findet wie geplant statt", sagt Hintze.

Um das auch in Obernjesa kundzutun, fertigten die Feuerwehrleute noch am Karfreitag einen Flyer an, den sie im Ort verteilten. Darin informieren sie über das abgebrannte Feuer und die Folgen.

Unter anderem steht dort geschrieben: "Wir wären aber nicht die Feuerwehr, wenn wir uns von so einer unmöglichen und hirnlosen Aktion von dem Osterfeuer abhalten lassen würden. In den ersten Stunden des Karfreitags erreichten uns bereits zahlreiche Hilfsangebote aus verschiedenen Richtungen. Wir haben uns also dazu entschlossen, das Osterfeuer wieder neu aufzubauen und würden uns über jede helfende Hand am Ostersamstag ab 8 Uhr am Feuerwehrhaus freuen."

Das Osterfeuer beginnt wie geplant am Ostersonnabend um 18 Uhr am Osterfeuerplatz auf dem Jägerberg neben dem Grillplatz. Für Kinder startet um 18.30 Uhr an der Kirche ein Fackelumzug zum Osterfeuerplatz. Feuerwehr und Ortsrat richten sich trotz der unerwarteten Überraschung an mögliche Besucher: "Wir freuen uns auf einen schönen Abend mit euch gemeinsam!" Die Ausrichter des Osterfeuers in Obernjesa sind für jede Strauchschnittspende dankbar. Eine Anlieferung ist den ganzen Ostersonnabend über am Osterfeuerplatz in Obernjesa auf dem Jägerberg möglich.

Tradition eigentlich so gut wie erloschen

Die Tradition, dem Nachbardorf das Osterfeuer vorab anzustecken, war eigentlich so gut wie erloschen in Südniedersachsen. Hintergrund ist eine Tragödie, die sich 1982 im Northeimer Ortsteil Hohnstedt ereignete.

Damals starben fünf junge Männer, 14 bis 18 Jahre alt, in der Nacht vor dem Osterfeuer in den Flammen des mutwillig von Jungen aus einem Nachbardorf entzündeten Holzhaufens. Sie hatten das Osterfeuer in einer Höhle, die sie eigens für die Übernachtung in den Holzstoß gebaut hatten, bewachen wollen. Für sie sollte es eine Todesfalle werden.

Heute erinnert ein Findling mit den Namen der fünf Opfer an jene wohl schlimmste Brandkatastrophe Südniedersachsens. Auf diesem Teil des Hohnstedter Berges, wo früher traditionell das Osterfeuer brannte, wurde nie wieder gefeiert. Die Menschen meiden den Ort. Seitdem brennt in den Ortschaften Hohnstedt und Edesheim Ostern zudem kein Feuer mehr.

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