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Extra-Portion Schrotfutter für die Kühe

Mengershausen Extra-Portion Schrotfutter für die Kühe

Nicht alle haben an Weihnachten frei. Landwirt Gerald Henze aus Mengershausen zum Beispiel hat genauso wie jeden Tag seine Kühe gefüttert. Zeit für die Familie blieb dennoch, obwohl auch noch ein ungewöhnlicher Einsatz hinzukam.

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Gerald Henze

Quelle: Heller

Göttingen. Um 6.30 Uhr hat der Heiligabend für Henze begonnen. Seine 33 Milchkühe haben schließlich auch an den Festtagen Hunger. "Wir haben natürlich viel vorbereitet, Futter rangeholt für drei Tage und den Mist vorher weggefahren", sagt der 46-jährige Landwirt. Aber das Futter muss immer frisch verteilt werden. Und außerdem müssen die Kühe einmal morgens und einmal am späten Nachmittag gemolken werden.

 
Danach gab es Frühstück gegen 8 Uhr. Und dann musste Henze zu einem außergewöhnlichen Einsatz fahren. Die Kuh eines befreundeten Landwirts war krank, und er sollte dem Tierarzt assistieren. "Das habe ich gerne gemacht, auch wenn Heiligabend war", sagt Henze. "Man hilft sich eben."

 
Am Nachmittag, wieder auf dem eigenen Hof, gab es zur Stärkung erst einmal Kaffee und Kuchen. Dann ging es um 16 Uhr wieder in den Stall. Füttern, melken, misten. "Zur Feier des Tages gab es für die Kühe eine Extraportion Schrotfutter. Das mögen sie unheimlich gerne", sagt Henze.

 
Danach war dann endlich Zeit für die Familie. "Wir haben gemeinsam gegessen, Vater, Mutter, Bruder und meine Lebensgefährtin", erzählt Henze. Die beiden Hunde Siva und Sila hatten vorher schon etwas zu Fressen bekomme. Nach der Bescherung saßen die Henzes noch zusammen, tranken Wein und erzählten sich etwas. "Ganz normal, wie bei anderen Familien auch", sagt der 46-Jährige. Außer dass er am nächsten Tag wieder um 6.30 Uhr im Stall stehen musste.

 
Schwer fällt ihm das nicht - im Gegenteil. "Das ist so drin. Außerdem mache ich den Beruf gerne. Er ist abwechslungsreich, und man ist oft an der frischen Luft", sagt Henze. Seine Kühe sind für ihn keine Nummern. Er kennt sie alle beim Namen. "Das da drüben ist Mon Chéri, und das sind Anabell und Julante", sagt Henze, als er durch den Stall geht und seine Kühe tätschelt. Die danken es ihm mit einem lauten "Muhhh".

 
Am ersten Weihnachtstag kam der Milchwagen. Und der Fahrer ging nicht mit leeren Händen. "Alle, die über Weihnachten bei uns vorbeikommen, kriegen eine Kleinigkeit geschenkt, der Postbote, die Müllabfuhr, und eben der Fahrer des Milchwagens", sagt Henze. Er selbst hat übrigens ein Parfum geschenkt bekommen. Und kurz vor Weihnachten wurde noch ein Kalb geboren. Gesund und munter trinkt es Milch aus einem Eimer. Auch irgendwie ein schönes Geschenk.

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