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Fachkräfte unterstützen Kitas

Bund finanziert zusätzliches Personal im Kreis Göttingen Fachkräfte unterstützen Kitas

Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und Integration. Unter dieser Prämisse unterstützen seit Jahresbeginn 16 Sprach-Fachkräfte 16 Kindergärten in Stadt und Landkreis Göttingen. 400 Millionen Euro stellt der Bund für das Vier-Jahres-Programm zur Verfügung, 1,7 Millionen fließen in den Raum Göttingen.

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Kinder in einer Kita (Symbolbild)

Quelle: Archiv

Göttingen. Die Zahlen sind alarmierend: Von 66000 Kindern, die 2014 vor ihrer Einschulung in Niedersachsen untersucht wurden, seien 39 Prozent in ihrer Sprachfähigkeit auffällig gewesen, zitierte der Schul- und Jugenddezernent des Kreises, Marcel Riethig (SPD), am Mittwoch aus einer Erhebung des Landes zur Schuleingangsuntersuchung. 15 Prozent seien in sprachtherapeutischer Behandlung gewesen. Längst sei belegt, dass Kinder aus bildungsfernen Familien häufiger Sprach- und Lerndefizite haben - „und das betrifft nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund“, so.

Vor diesem Hintergrund habe die Bundesregierung erkannt, wie wichtig es sei, Kinder schon in sehr frühem Alter bei ihrer Sprachentwicklung zu fördern - „und engagiert sich inzwischen ordentlich“, sagte Riethig. 400 Millionen Euro stellt das Familienministerium für das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ von 2016 bis 2019 zur Verfügung. Viele der gut 200 Kindergärten im neuen Landkreis Göttingen inklusive Kernstadt haben sich beworben. 16 Einrichtungen mit einem „überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern mit besonderem Bedarf“ wurden ausgewählt, erklärte Monika Hülskemper, Koordinatorin des Verbundes beim Landkreis Göttingen.

An allen teilnehmenden Schulen unterstützen inzwischen Sprach-Fachkräfte mit einer halben Personalstelle die Erzieher bei ihrer Arbeit – in enger Kooperation mit der jeweiligen Leitung als Tandem-Partner. „Und wir merken immer wieder, wie gut es ist für die Kinder“, berichtete Gisela Risto, Leiterin der St.-Blasius-Kita in Hann. Münden.

Die Fachberaterinnen seien ausgebildete Erzieher mit besonderer Fortbildung, ergänzte Hülskemper. Ihre Arbeit in den Kitas gehe weit über eine individuelle Sprachförderung mit Kindern hinaus: „Sie sollen vor allem dem jeweiligen Erzieher-Team beratend zur Seite stehen und sie für den richtigen Blick auf eine ganzheitliche Sprachbildung der Kinder sensibilisieren.“ Dabei sei es wichtig, dass sie sich auf das jeweilige Konzept der Einrichtung einstellen.

Im Kita-Alltag selbst gebe es viele Möglichkeiten und Ansätze, um die Kinder zu fördern. „Wir schaffen gezielt Gesprächsanlässe oder nutzen Spielsituationen“, beschrieb die Fachberaterin Eva Kruse aus der Kita der Jona-Gemeinde einen Aufgabenbereich. Andere organisieren kleine Lerngruppen. Viele setzen auf eine starke Einbindung der Eltern - besonders bei Kindern mit Migrationshintergrund, erklärte Verena Neumann, Leiterin des Paritätischen Kindergartens Grone. 2019 läuft diese Programm aus, zurzeit läuft die Auswahl für eine weitere Runde ab 2017. Aber alle Beteiligten sind überzeugt, dass es langfristig „irgendwie weiter gehen muss“, so Riethig. Entscheidend dabei sei eine bessere Personalausstattung aller Kitas, forderten mehrere Erzieherinnen.

Die teilnehmenden Kitas

16 Kindergärten und Kitas nehmen in der aktuellen Runde an dem Programm teil. In Göttingen sind das die Kitas der Kirchengemeinden Bethlehem, Jona, Thomas und Petri, das Elisabeth-Heimpel-Haus, die Kita Grone und Pfalz-Grona-Breite und der Paritätische Kindergarten Grone. Hinzu kommen die Einrichtungen Kreuzkirche und Schützenpark in Osterode, die Kita Sieberdamm in Herzberg, der Anne-Frank-Kindergarten in Rosdorf, die Klaus-Kita in Duderstadt sowie die drei Kitas Aegidius, Blasius und Matthäus in Hann. Münden. us

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