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Flüchtiger Sicherungsverwahrter festgenommen

JVA Rosdorf Flüchtiger Sicherungsverwahrter festgenommen

Der am Mittwoch bei Leipzig entflohene Insasse der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf ist am frühen Donnerstagmorgen in Leipzig festgenommen worden. Dies teilte die Polizei mit.

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Quelle: dpa

Rosdorf. Der 53-Jährige hatte ein Krankenhaus aufgesucht und sich dort als entflohener Sicherungsverwahrter der JVA Rosdorf zu erkennen gegeben. Er konnte ohne Widerstand in Gewahrsam genommen werden.

 

Der Mann war bei einem Besuch bei seiner Schwester bei Leipzig von zwei Mitarbeitern der JVA Rosdorf begleitet worden, bestätigt das Niedersächsische Justizministerium. Dennoch konnte er sich am Mittwochmittag in einem unbewachten Moment absetzen: Er suchte die Toilette auf und flüchtete.

Der 53-jährige Deutsche sei mehrfach vorbestraft, teilt das Ministerium mit. Zuletzt war der Mann im Jahr 2002 wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit Körperverletzung zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Nach der Verbüßung der Haft schloss sich 2012 eine Sicherungsverwahrung, zunächst in Lingen, an. Anfang 2014 wurde er in den Sicherungsverwahrungstrakt der JVA Rosdorf verlegt.

Der Mann war bereits im Jahr 2013 in Lingen von einer begleiteten Ausführung aus der JVA Lingen nicht zurückgekehrt. Danach waren ihm entsprechende Vollzugslockerungen zunächst gestrichen worden, erklärte das Justizministerium. Aufgrund des grundsätzlichen Anspruchs auf vollzugsöffnende Maßnahmen seien ihm diese dann jedoch wieder gewährt worden. Bis zu dem Ausgang am Mittwoch nach Leipzig habe es bei den zahlreichen begleiteten Ausführungen keine Zwischenfälle gegeben, sagte Ministeriumssprecher Hartrich.

Andere Rosdorfer Sicherungsverwahrte erklärten, Grund für die Flucht des 53-Jährigen am Mittwoch aus der JVA Rosdorf sei dessen massive Unzufriedenheit über Restriktionen bei der Unterbringung gewesen. Seit Jahren klagen Insassen der Sicherungsverwahrung in Rosdorf über unerträgliche Gängelungen und Beschränkungen der persönlichen Lebensführung. „Diese Flucht“, sagte ein Sicherungsverwahrter, „war ein Ausdruck reiner Verzweiflung.“

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