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„Für uns waren das Olympische Spiele“

Erlebnis Turnfest „Für uns waren das Olympische Spiele“

Wenn Gerda Disep auf das Erlebnis Turnfest in Göttingen blickt, dann tut sie das mit großer Begeisterung. Der Grund? Die 81-Jährige hat emotionale Erinnerungen an das sportliche Großereignis, an dem sie selbst schon vor mehr als vier Jahrzehnten teilgenommen hat. Erstmals im Jahr 1975, beim Turnfest in Emden.

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Rosdorferin Gerda Diesp nimmt zum Erlebnis Turnfest in diesem Jahr anstelle des Zugs das Fahrrad.

Quelle: Alciro Theodoro da Silva

Rosdorf. „Damals habe ich die Atmosphäre direkt mitgenommen, war sofort geimpft“, schwärmt Disep, die drei Aspekte als charakteristisch für Turnfeste ansieht: „Die Gemeinschaft, das Kennenlernen anderer Leuten - und sportliche Leistungen, den sportlichen Erfolg.“

Erfolgreich war die gebürtige Rosdorferin auch mit ihrer Gymnastik-Gruppe des Tuspo 1861 Göttingen. Das 16-köpfige Team feierte im Sommer 1990 beim Deutschen Turnfest in Berlin sogar den Sieg. „Das war der absolute Höhepunkt. Das Einlaufen in das Stadion, das vergisst man nicht, das erlebt man nur einmal“, berichtet Disep.

Zwischen 1970 und 1990 sei die Gruppe nicht zuletzt aufgrund des „Gymnastik-Booms sportlich sehr aktiv“ gewesen, habe wöchentlich bis zu dreimal trainiert. „Die Turnfeste waren für uns immer eine tolle sportliche Herausforderung, wir haben uns von Mal zu Mal gesteigert“, verrät Disep. „Wir haben immer gesagt: Für uns sind die Turnfeste für wie Olympische Spiele.“

Neben dem Event in Emden ist die leidenschaftliche Sportlerin zwischen 1975 und 1996 unter anderem in Salzgitter, Stade, Hamburg und Verden aufgetreten. Und hat neben dem rein Sportlichen auch stets weitere Erlebnisse gesammelt: „Man lernt Land und Leute kennen. Wir haben, wie heute, in Schulen geschlafen. Und die Sektflasche“, schiebt sie grinsend hinterher, „lag immer bei irgendjemandem unter der Luftmatratze“.

Für Göttingen hat sie sich nun als freiwillige Helferin angemeldet - und freut sich, „dass wir das Erlebnis Turnfest vor der Haustür haben“. Sie packe gern mit an, wisse aber noch nicht, wo genau. Tücken auf organisatorischer Ebene allerdings kennt Disep bestens: „Vor einigen Jahrzehnten, in Hannover landeten beim Kugelstoßen die Kugeln reihenweise im Fluss“, erinnert sie sich.

Sportlich aktiv war Disep schon immer und betreibt aktuell unter anderem Walking und Schwimmen. „Man muss, so lange es geht, am Ball bleiben“, findet die 81-Jährige, die schon in den 1970er Jahren eine Lizenz-Ausbildung im Bereich „Gymnastik und Kinderturnen“ absolvierte. Die Gymnastik-Gruppe aus alten Tagen, die zu Turnfesten durch die gesamte Republik reiste, treffe sich aktuell noch regelmäßig. Und erkennt eine deutliche Veränderung: „Früher war alles rein sportlich zu sehen - heutzutage ist vieles wirklich vieles showreif, mit Lichteffekten und Glitzer“, erklärt Disep.

Das Erlebnis Turnfest in Göttingen wird für die Rosdorferin das allererste sein, bei dem sie nicht Teilnehmerin ist, sondern Helferin. Aber auch aus einem anderen Grund dürfte das Event für die sportliche Frohnatur außergewöhnlich werden. „Früher sind wir immer mit dem Zug zu den Turnfesten gefahren, jetzt kann man mit dem Fahrrad vorbei.“

Von Timo Holloway

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