Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Gelbe Farbe löst Großeinsatz aus

Rastanlage Göttingen-West abgeriegelt Gelbe Farbe löst Großeinsatz aus

Eine von der Ladefläche eines Gefahrgut-Lkw tropfende gelbe Flüssigkeit hat in der Nacht zu Mittwoch einen Großeinsatz auf der Rastanlage Göttingen-West ausgelöst. Der Rastplatz wurde vorübergehend gesperrt. Die Flüssigkeit stellte sich später als ungefährliche Farbe heraus.

Voriger Artikel
Bonbon-Regen im Herbst
Nächster Artikel
Laterna Magica in der Schule

Die Flüssigkeit stellte sich später als ungefährliche Farbe heraus.

Quelle: Henke/Feuerwehr Rosdorf

Mengershausen. Der Lastwagenfahrer hatte der Polizei zufolge am späten Dienstagabend selbst die Rettungsdienste alarmiert. Diese richteten umgehend einen Sicherheitsbereich rund um den Gefahrguttransporter ein. Umstenhende Lkw mussten umgeparkt werden. Zudem forderte die Polizei Brummifahrer, die in ihren Fahrzeugen saßen, auf, sich vorsorglich in das Raststättengebäude zu begeben. Parallel dazu wurde die Rastanlage bei Mengershausen abgeriegelt.

Dann öffneten Einsatzkräfte den Lastwagen und kontrollierten die Ladung. Dabei fanden sie Gefahrgut, darunter auch umweltgefährdende und entzündliche Stoffe, teilt die Polizei weiter mit. Zwei Gefahrstoffebehälter  waren umgefallen. Die Fässer seien aber auf den ersten Blick nicht beschädigt gewesen, sagte Christian Henke, Sprecher der Rosdorfer Feuerwehr. Bei Messungen seien auch keine giftigen Substanzen in der Luft festgestellt worden.

Um auf Nummer sicher zu gehen, habe man sich dennoch dazu entschieden, die beiden Fässer aus dem Lkw zu bergen und diesen teilweise zu entladen. Die Feuerwehrleute agierten dabei in Schutzanzügen und unter Atemschutz. „Wir mussten vom schlimmsten Fall ausgehen“, erklärte der Feuerwehrsprecher. Gegen 2 Uhr konnten die Ermittler Entwarnung geben. Bei der ausgetretenen Flüssigkeit handelte es sich nach derzeitigen Erkenntnissen um ein Farbvorprodukt. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt habe nicht bestanden, so die Polizei.

Vermutlich waren die beiden Gefahrgut-Fässer in dem Lkw auf eine Palette mit Farbeimern gestellt worden. Durch das Gewicht der Fässer wurden die Farbeimer zerdrückt. Die Gefahrgutbehälter kippten teilweise um, ohne dabei beschädigt zu werden, so Henke.

Die Polizei leitete ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach dem Gefahrgutrecht ein, weil die Ladung mangelhaft gesichert war. Die verunreinigten Flächen wurden von einer Fachfirma gereinigt. Einen Teilbereich der Raststätte gab die Polizei gegen 3 Uhr wieder frei, später dann das gesamte Areal.

An dem Einsatz waren mehrere Streifenwagenbesatzungen der Autobahnpolizei sowie von der Polizei aus Friedland und Göttingen beteiligt. Außerdem vor Ort: die Ortsfeuerwehren Rosdorf, Mengershausen, Sieboldshausen, Volkerode und Dramfeld sowie Gefahrgutexperten der Berufsfeuerwehr Göttingen, die Autobahnmeisterei Göttingen und mehrere Spezialfirmen.

Der Fall weckt Erinnerungen an den schweren Unfall mit einem Gefahrguttransporter auf der A 7 im Dezember 2014 mit einem Toten und mehreren Verletzten. Damals waren Fässer mit Rattengift geplatzt. Das Gift geriet immer wieder in Kontakt mit Wasser und dadurch in Brand. Das setzte hochgiftige Wolken aus brennbarem Phosphorwasserstoff frei. 500 Helfer waren im Einsatz, die A 7 tagelang gesperrt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“