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Tic Tac und Kindersitze

Große Putzaktion Tic Tac und Kindersitze

23 Kinder und Jugendliche haben sich am Sonnabendvormittag am offiziellen Putztag der Gemeinde Rosdorf beteiligt. Auch in diesem Jahr wurde jede Menge Müll und Dreck gefunden – diesmal rund um Freibad, Feuerwehrhaus und Altenzentrum Johannishof.

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Große Putzaktion in Rosdorf: Der Verein Robinet sammelt Müll rund um den Johannishof. Von links: Gisela Brill, Jacob Leander Menking, Gerhard Diehl, Ruth Finckh, Brigitte Valerius und im Vordergrund Melina.

Quelle: CH

Rosdorf. Eine Merkwürdigkeit: Wie schon im vergangenen Jahr wurden unterhalb des Hambergs jede Menge Tic-Tac-Dosen gefunden, dazu eine komplette Packung Fisch. Aus dem Luhbach geborgen wurden auch zwei Auto-Kindersitze, berichtet Organisatorin Ute Lesjak vom Verein Rosdorfer Bildungs-Netzwerk ( Robinet). Anderswo fanden sich alte Kindersandalen, ausgediente Weihnachtsbäume und massenweise leere Alkoholflaschen. Besonders ekelhaft: Tüten mit Hundekot, einige von ihnen an Zweige gehängt. „Dann kann man seine Hunde auch gleich ins Gebüsch machen lassen“, sagte Robinet-Organisatorin Ruth Finckh.

Besonders großen Spaß httben die Kinder hingegen an den mechanischen Greifern, mit denen sich schlecht erreichbare oder ekelerregende Objekte ohne Körperkontakt im Müllsack versenken lassen. „Gerade bei den Kleinen sind die Dinger mehr als cool“, meinte Robinet-Mitstreiter Gerhard Diehl.

An der Müllsuche beteiligten sich auch neun junge Flüchtlinge aus der Unterkunft in der ehemaligen Anne-Frank-Schule. Warum? „Wir wollten einfach helfen“, sagt der 15-jährige Rachid Muhradhkrash aus dem Irak. „So eine Putzaktion ist schon sehr gut.“ Die Menschen in Rosdorf seien derart hilfsbereit und freundlich, „da will ich auch etwas zurückgeben“.

Rachid ist aus einer Lage mit unvergleichbar größeren Sorgen nach Deutschland geflohen: Mutter, Onkel und andere Familienmitglieder seien im Irak erschossen worden. Mit Vater und Geschwistern habe er sich nach Europa retten können, erklärt der 15-Jährige in annähernd perfektem Englisch. Die Sprache habe er sich im Irak ohne Lehrer, sondern nur mit einem alten Lehrbuch selbst beigebracht.

Nach drei Monaten in Rosdorf kann er sich auch bereits gut auf Deutsch verständigen. In Deutschland will er Mediziner werden. „Der schafft das, gar keine Frage“, sagt Organisatorin Finckh.

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