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Häftling zum dritten Mal auf der Flucht

Sicherungsverwahrung in Rosdorf Häftling zum dritten Mal auf der Flucht

Ein 39 Jahre alter Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf ist am Dienstagnachmittag in der Göttinger Fußgängerzone während einer Ausführung getürmt. Es war schon die dritte Entweichung dieses seit 13 Jahren hinter Gittern befindlichen Gewaltverbrechers.

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Die Polizei fahndet nach einem flüchtigen Häftling der JVA Rosdorf.

Quelle: Meder (Symbolbild)

Göttingen/Rosdorf/Sarstedt/Lüneburg. Der Mann stammt aus dem Raum Sarstedt bei Hildesheim und war zuletzt wegen eines Gewaltverbrechens im Raum Lüneburg inhaftiert. Sechs Jahre und neun Monate Haft und anschließende Sicherungsverwahrung waren wegen eines schweren Raubes und einer Körperverletzung sowie wegen Nötigung vom Landgericht Lüneburg ausgeurteilt worden. Zuletzt befand er sich in der sozialtherapeutischen Abteilung der Sichrungsverwahrung in der JVA Rosdorf. Von dort sei er, so bestätigt Anstaltsleiterin Regina-Christina Weichert-Pleuger auf Tageblatt-Anfrage, am Dienstag entkommen. Einzelheiten nennt die JVA im Hinblick auf die laufende Fahndung nicht.

Nach unbestätigten Tageblatt-Informationen befand sich der Inhaftierte am Dienstag kurz vor 15 Uhr auf einem begleiteten Ausgang in der Göttinger Fußgängerzone. Dort sei er im Menschengedränge entkommen, als die Begleitperson einer entgegenkommenden Gruppe Fußgänger habe ausweichen müssen.

Die Flucht war offenbar gut vorbereitet. Nach Tageblatt-Informationen soll der Entflohene sein gespartes Geld vollständig bei sich gehabt haben.

Die Fahndung wird aktuell von der Polizeidirektion Lüneburg koordiniert, da eine erste Suche in Göttingen erfolglos geblieben ist. In Lüneburg, so Angelika Klee, die Sprecherin der dortigen Staatsanwaltschaft, hatte der Gesuchte im Dezember 2008 unter Alkoholeinfluss im Milieu einen Bekannten mit einem Messer bedroht und ausgeraubt. Diese Tat ereignete sich, während er schon damals gerade auf der Flucht war. Zuvor war er sogar schon zweimal aus einer Entziehunganstalt entwichen, in der er sich seit  2003 wegen Straftaten im Alkoholrausch befand. Bei der ersten Flucht war er noch am selben Tag, bei der zweiten nach drei Wochen gefasst worden. Aktuell besteht erneut ein Vollstreckungshaftbefehl gegen den 39-Jährigen.

Trotz der vorangegangenen Fluchten sind dem Sicherungsverwahrten nach Tageblatt-Informationen bisher allein in Rosdorf mindestens neun Ausführungen in Begleitung gewährt worden. Zuletzt hatte das Prognosezentrum der niedersächsischen Justiz in einem Gutachten Vollzugslockerungen für den als dissoziale Persönlichkeit geltenden Häftling empfohlen, allerdings nur in enger Begleitung. Das hat am Dienstag nicht geklappt.

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