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Stormtracking belegt Tornado

Rotation bis zum Boden Stormtracking belegt Tornado

Der Wetterexperte Jörg Kachelmann und sein Unternehmen Kachelmannwetter haben das Dramfelder Sturmgeschehen vom Sonntag untersucht. Das Fazit: Es habe sich um einen Tornado gehandelt, die Rotation habe im Ort bis zum Boden gereicht.

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Quelle: Kachelmannwetter

Dramfeld. Am Tag nach der Windhose, am Montag, war Kachelmann-Mitarbeiter Thomas Sävert in Dramfeld, um sich die Schäden anzusehen und Augenzeugen zu befragen. Sävert habe festgestellt, dass es eine Windrotation hinunter bis zum Boden gegeben habe. Auch die in Dramfeld vorgefundene Gestalt der Schneise sei typisch für einen Tornado.

In die Kachelmann-Analyse flossen zudem die Auswertung der Stormtracking-Daten seines Unternehmens ein. Gewitterwolken, erläuterte Kachelmann am Dienstag, rotierten eigentlich alle. Nur bei schnelleren Bewegungen drohten Tornados. Das sei am Sonntag bei Dramfeld der Fall gewesen. Das Stormtracking habe für diese Gewitterwolke im Vorfeld zwar nicht die höchste Geschwindigkeitsstufe „extrem“ registriert, wohl aber die Stufe „stark“. Das aber, sagte Kachelmann, reiche als Vorbedingung für einen Tornado bequem aus.

„Zutaten gegeben“

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Quelle: Kachelmannwetter

Auch das Schadensbild in Dramfeld, so der Wetterexperte, entspreche den Windbewegungen bei einem Tornado. Der typische Rüssel sei nicht immer zu sehen - der sei Folge von Kondensation. Sichtbar werde ein Tornado auch durch Gegenstände, die kreisförmig in der Luft umherwirbeln. Genau dies hatten Anwohner am Sonntagnachmittag beobachtet, kurz bevor die Windhose den Ort verwüstete.

Auslöser für die generelle Unwetterlage und letztlich des Dramfelder Tornados am Sonntag, erklärt Kachelmann-Wetterexperte Sävert, war das Tief „Netti“, das am Wochenende über Schottland zur Nordsee zog. Die zugehörige Kaltfront überquerte Deutschland von Westen her. Mit der Kaltfront strömte bodennah weiterhin warme und feuchte Luft heran, während sich in der Höhe deutlich kältere Luft auswirkte. „Damit“, so Sävert, „wurde die Luftschichtung labil. Gleichzeitig nahm der Wind mit der Höhe stark zu und änderte auch leicht seine Richtung, man spricht von Windscherung. Wenn diese bei einer Gewitterlage groß ist, steigt auch die Tornadogefahr an. Alle Zutaten waren bei der Wetterlage am Sonntag gegeben.“

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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