Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Mehr Kontrollen gegen Falschparker

Rosdorfer Baggersee Mehr Kontrollen gegen Falschparker

Der Sommer kommt, der See ruft – und am Rosdorfer Baggersee kommt es wieder zu einem altbekannten Problem: Falschparker. Der Landkreis Göttingen will jetzt verstärkt gegen die Parksünder vorgehen und hat Kontrollen angekündigt.

Voriger Artikel
Tombola-Gewinn für HG Rosdorf-Grone
Nächster Artikel
Settmarshäuser bereiten Waldschwimmbad vor

Falschparkern am Rosdorfer Baggersee drohen Knöllchen.

Quelle: Heller/Archiv

Rosdorf. Eigentlich ist das Baden in dem Baggersee, der seit den 70er-Jahren als Naherholungsgebiet genutzt wird, verboten. Eigentlich. Denn gerade bei gutem Wetter trotzen zahlreiche Menschen aus der Region immer wieder dem Badeverbot. Und das bringt ein weiteres Problem mit sich: Für den ungewollten Besucherandrang gibt es bei weitem nicht genug Parkplätze. Der Landkreis Göttingen hat daher zusammen mit der Polizei verstärkte Kontrollen geplant. „Das Gewässer befindet sich auf dem genutzten Betriebsgeländes eines Kiesabbaubetriebes“, heißt es in einer Erklärung von Landkreissprecher Ulrich Lottmann. Der Aufenthalt auf dem Gelände sei daher gefährlich. Trotz bestehender Verbotsschilder wird das Schutzgebiet aber immer wieder betreten. In den vergangenen Jahren seien immer wieder Autoverkehr und wilde Müllablagerungen festgestellt worden, so Lottmann. „Die Kontrollen von Landkreis und Polizei dienen dazu, widerrechtlichen Autoverkehr im Schutzgebiet zu unterbinden und Anhäufung von Müll, Grillgutresten und Leergut zu vermeiden.“

Info

681 Bußgeldverfahren hat die Bußgeldstelle des Landkreises im vergangenen Jahr wegen Falschparkern am Rosdorfer Baggersee bearbeitet. Die widerrechtlich im Schutzgebiet abgestellten Fahrzeuge wurden dabei von Polizei, Landkreisbeschäftigten, aber auch Privatpersonen angezeigt, teilt der Landkreis mit.

Auch von Seiten der anliegenden Gemeinden könnte es noch zu weiteren Kontrollen kommen. „Wir haben noch nichts genau geplant, sondern gucken erst mal, wie sich die Situation am Baggersee entwickelt“, sagt Sören Steinberg (SPD), Bürgermeister in Rosdorf. In den vergangenen zwei Jahren hatte das Ordnungsamt der Gemeinde noch mit eigenen Kontrollen an der Rosdorfer Seite des Sees auf die Falschparker reagiert. „Wir können flexibel und spontan auf die Situation reagieren“, so Steinberg. Die Gemeinde Friedland will gänzlich auf Kontrollen verzichten, wie Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) berichtet. "Die Zuständigkeit liegt da bei der Polizei." Außerdem zeigte sich Friedrichs verärgert darüber, dass immer wieder behauptet werde, es sei in Ordnung im Baggersee zu baden. "Die Rechtslage ist klar: Es ist gefährlich und verboten."

Effektiv aufhalten, das zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, dürften die vermehrten Kontrollen das Parkproblem aber nicht. Mit etwa 15 bis 20 Euro Verwarngeld pro Knöllchen nehmen viele Autofahrer die Gefahr des Erwischtwerdens offenbar billigend in Kauf. In der Vergangenheit war der Baggersee auch immer wieder Thema im Kreistag. Piraten und Linke forderten mehrfach die Abschaffung des Badeverbotes und die Einrichtung von Toiletten und einer geregelten Abfallentsorgung. Die Anträge wurden aber stets von einer großen Mehrheit im Kreistag unter Verweis auf die Gefahren, die mit dem Baden in Baggerseen einhergehen, abgelehnt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana