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Neue Badeverbotsschilder am Baggersee bei Rosdorf

Piraten als Schilderfreunde Neue Badeverbotsschilder am Baggersee bei Rosdorf

Vor einigen Tagen hat die Kiesabbau-Firma August Oppermann am Baggersee zwischen Niedernjesa und Rosdorf neue Badeverbotsschilder angebracht. Die Göttinger Piratenpartei, die sich zusammen mit der Linkspartei seit Jahren für eine Aufhebung des Badeverbots einsetzt, begrüßt die Aktion.

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Neue Verbotsschilder am Baggersee in Rosdorf weisen auf Gefahren hin.

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Niedernjesa. Die neuen Schilder im Norden des Sees sind mit dem Erläuterungstext "Lebensgefahr durch abrutschende Unterwasserböschung! Todesgefahr entsteht durch herabbrechenden Kies, der Mensch und Tier tief unter Wasser verschüttet. Bitte unbedingt von der Wasserkante fern halten" versehen. Diese Präzisierung sei lobenswert, erklären die Piraten: "Im Gegensatz zur bisher angebrachten Beschilderung, wo um den ganzen See herum lediglich ,Lebensgefahr' angegeben wurde, wird nun auf die besonderen Gefahren an den frisch angebaggerten Abbruchkanten hingewiesen, die tückisch sind und die auch gute Schwimmer nicht ahnen können." Die nur allgemein gehaltene Fassung älterer Schilder hätten viele Besucher der beliebten, aber als solcher verbotenen Badestätte nicht ernstgenommen.

Bereits vor 2014 ähnliche Beschilderung

Zuletzt hatte sich die Ratsgruppe von Piraten und "Diee Partei" Ende Juni bei den Behörden dafür eingesetzt, "am Baggersee eine differenzierte Badeverbotsbeschilderung anzubringen, da die Lebensgefahr für Badende nicht nachvollziehbar ist und die Menschen, die sich für gute Schwimmer halten, nichtsahnend von der wirklichen Gefahr ins Wasser gehen". Eine ähnliche Beschilderung wie jetzt angebracht "hatte bereits vor 2014 dort bestanden, wurde dann jedoch entfernt und durch nichtssagende Schilder ersetzt", heißt es in einer Mitteilung der Piraten. Friederike Buch, dritte Vorsitzende des Kreisverbandes: "Wir finden es wichtig, die Badegäste über die wirkliche Gefahr aufzuklären. Damit, dass die Bitte der Ratsgruppe so schnell umgesetzt wurde, sind wir zufrieden."

Außer den Schildern mit dem Hinweis auf die gefährliche Unterwasserböschung hat die Kiesabbaufirma an den Badestellen im Süden des Baggersees ebenfalls neue Verbotsschilder anbringen lassen, dort jedoch mit anderem Motiv, wo wie bislang das Badeverbot pauschal mit "Lebensgefahr" begründet wird. Hier stimmen die Piraten nicht zu. Begründung: "Die Kreisverwaltung hatte 2015 das Badeverbot im Süden nicht mit Lebensgefahr, sondern damit begründet, dass dort ein angeblich geschlossener Schilfgürtel das Baden aus bundesnaturschutzrechtlichen Gründen nicht erlauben würde." Buch misst den Schildern einen nur sehr begrenzten Nutzwert zu: "Diese Badeverbotsschilder im Süden dienen den Badegästen dazu, ihre Fahrräder sicher anzuschließen. Darüber hinaus halten wir sie für überflüssig. Das Baden im Süden des Rosdorfer Baggersees ist für Nichtschwimmer genauso lebensgefährlich wie in jedem anderen See auch."

Kein zugelassenes Badegewässer

Stattdessen plädieren die Piraten dafür, "den Kiesabbaubetrieb Oppermann im Süden des Sees aus dem Pachtvertrag zu entlassen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf dort fünf Jahre nach Ende des Kiesabbaus nicht mehr gefördert werden, weswegen das Gebiet im Süden nicht mehr als Betriebsgelände anzusehen wäre. Infolge dessen könnte die Gemeinde Friedland das Baden in diesem Bereich des Sees erlauben." Oppermann-Mitarbeiter Kurt Koppetsch erklärt dazu, "der gesamte Kiesabbaubereich in Reinshof ist bis zur Beendigung des Abbaus als Einheit zu betrachten und unverändert kein ausgewiesenes und zugelassenes Badegewässer. Das Baden ist und bleibt daher im Gesamtbereich verboten."

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