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Öltriefende Autoteile für Afghanistan

Polizei stoppt Lkw an der A7 Öltriefende Autoteile für Afghanistan

Ein bis unters Dach der Ladefläche mit Autoschrott beladener Sattelauflieger hat die Göttinger Autobahnpolizei eine Woche lang beschäftigt. Die Beamten hatten den Lkw nach eigenen Angaben bereits am Freitag vergangener Woche gegen 16.45 Uhr an der A7-Raststätte Göttingen-Ost aus dem Verkehr gezogen.

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Quelle: Polizei

Mengershausen. Besorgte Autofahrer hatten die Polizei informiert, weil die Ladung des Lkw verrutscht war. Als der 28-jährige türkische Fahrer den Beamten auf dem Rasthof die Plane öffnete, staunten diese nicht schlecht: Die Ladefläche war bis unters Dach mit vor Öl triefenden Altmotoren und -getrieben, Achsen sowie Karosserie- und sonstigen Autoteilen beladen. Die verrutschten Teile ließen die Plane des Aufliegers bis zu einem halben Meter ausbeulen. Außerdem war die gesamte Ladefläche mit Altöl benetzt.

Ein Schrotthändler aus der Region Nordhessen hatte den bisherigen Ermittlungen zufolge die Ladung an einen Händler im Irak zum Export nach Afghanistan verkauft. Unter Missachtung der Ladungssicherung luden die Mitarbeiter der Firma die Autoteile auf den Sattelzug eines afghanischen Transporteurs. Dieser nutzte eine mit Kurzzeitkennzeichen versehene Sattelzugmaschine und einen mit Ausfuhrkennzeichen versehenen Sattelauflieger. Beide Kennzeichen sind auf in Deutschland ansässige Firmen beziehungsweise Personen registriert. Zu den Eigentumsverhältnissen dauern die Ermittlungen noch an.

Genehmigungen für Abfallhandel, -export, -beförderung und Güterkraftverkehr konnten nicht vorgelegt werden, auch vorgeschriebene Warntafeln waren nicht vorhanden. Polizei und Gewerbeaufsicht leiteten ein Strafverfahren wegen Umweltdelikten und versuchter illegaler Abfallverschiebung ein. Von den ausländischen Beteiligten behielten die Beamten eine Sicherheitsleistung von 3.250 Euro ein. Gegen Beteiligte aus Deutschland laufen noch die Ermittlungen.

Da dem Fahrer die Weiterfahrt wegen der Mängel bei der Ladungssicherung, dem drohenden Ölaustritt und den fehlenden Genehmigungen untersagt wurde, steht der Sattelzug seit dem 9. September auf der Rastanlage Göttingen Ost. Die Sattelzugmaschine darf außerdem erst wieder gefahren werden, wenn sie ordnungsgemäß zugelassen, entleert und gereinigt ist.

Am Montag entschied die zuständige Behörde in Abstimmung mit dem Abfallerzeuger, den Autoschrott zum Ursprungsort zurückbringen zu lassen. Die Umladearbeiten auf mehrere Ersatz-Lkw sollen vorraussichtlich erst im Laufe des heutigen Tages abgeschlossen sein.

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