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Riesen-Windräder bei Dramfeld

Vorrangflächen Riesen-Windräder bei Dramfeld

Es war eine schwere Geburt: Die Gemeindeverwaltung Rosdorf hat ihren neuen Entwurf für das Vorranggebiet für Windkraftanlagen vorgelegt. Es liegt zwischen Dramfeld, Volkerode und Mariengarten.

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Bei Dramfeld können Riesen-Windräder entstehen.

Quelle: Visualisierung Büro Schwahn

Rosdorf. Dabei handelt es sich um den zweiten Anlauf, nachdem das ursprünglich dafür vorgesehene Gebiet nördlich von Sieboldshausen von der Bundeswehr abgelehnt worden war, weil diese dort Übungsflüge absolviert. Jetzt sollen Investoren Windräder auf dem 60 Hektar großen Gebiet westlich von Dramfeld errichten dürfen. Den bereits vorliegenden Plänen zufolge sollen die Anlagen 207 Meter hoch werden. Die Ausweisung von Vorrangflächen ist für die Gemeinden sinnvoll, weil andernfalls Investoren ihre Anlagen aufgrund einer speziellen Privilegierung überall und mit sehr geringen Restriktionen, unter anderem beim vorgeschriebenen Abstand zu Wohnhäusern, aufstellen dürfen.

Am Dienstagabend wurde der neue Flächennutzungsplan für die Vorrangfläche im Rosdorfer Bauausschuss im Gemeindezentrum ausführlich vorgestellt. Dirl Puche vom Planungsbüro Lange-Puche erläuterte die Bedingungen, unter denen das Gebiet ausgewiesen wird. Unter anderem habe die Gemeinde die größeren Abstände zur Wohnbebauung festgeschrieben und so auf Kritik aus der Bevölkerung reagiert. Das Gebiet rücke zwar sehr nahe an die Autobahn heran, aber im Genehmigungsverfahren für die Einzelanlagen werde sichergestellt, dass durch die mehr als 200 Meter hohen Windräder keine Gefahr für den Verkehr ausgehe. Damit werde den entsprechenden Bedenken der Straßenbaubehörde Gandersheim Rechnung getragen.

Christoph Schwahn vom Büro Schwahn Landschaftsplanung stellte seinen Umweltbericht für die Vorrangfläche vor. Das Areal sei derzeit zu 90 Prozent landwirtschaftlich genutzt. Schwahn präsentierte zudem Simulationsbilder, in die Windräder maßstabsgetreu in Original-Landschaftsaufnahmen eingearbeitet wurden. Danach dominieren die Windräder das Landschaftsbild in Dramfeld am stärksten. Allerdings nur am westlichen Ortsrand: Überall sonst werden die Anlagen von anderen Häusern verdeckt.

Viel Widerspruch gab es im Bauausschuss nicht. Die Pläne der Gemeindeverwaltung gingen ohne Widerspruch durch. Dafür aber mit Modifikationen: Nun soll sichergestellt werden, dass die künftigen Leuchtfeuer auf den Anlagen zur Verhinderung von Kollisionen mit Flugzeugen sensorgesteuert werden und nicht dauerhaft leuchten.

Die wichtigsten Einwände

Im Vorfeld hatten Bürger Bedenken zu den Windkraft-Plänen vorbringen können. Die wichtigsten: Die Windräder sind zu laut. Antwort: Sie sind nicht zu hören, die Autobahn ist viel lauter. Der Abstand zu Mariengarten – gut 500 Meter – ist zu gering. Antwort: Ein Höhenrücken liegt dazwischen. Die Anlagen gefährden den Rotmilan. Antwort: Das wird noch einmal im Genehmigungsverfahren für die einzelnen Windräder geprüft. Die Anlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild. Antwort: Ohne Vorranggebiet dürfen die Windräder überall stehen, was optisch viel schlimmer wäre. Die Windräder treiben die Abgase von der Autobahn konzentriert in die Dörfer. Antwort: Die Rotoren verteilen die Abgase eher als dass sie sie konzentrieren. Die Anlagen sind mit gut 200 Metern viel zu hoch. Antwort: Es gibt für dieses Areal keine rechtliche Möglichkeit, die Höhe auf weniger als 230 Meter zu beschränken. Menschen werden durch Infraschall gefährdet. Antwort: Solche Gefahren sind wissenschaftlich bislang nicht nachweisbar.

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