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Rotoren an der Autobahn

Windkraft-Pläne in Rosdorf Rotoren an der Autobahn

Die Pläne der Gemeinde Rosdorf für die Ausweisung von Vorranggebieten für die Errichtung von Windkraftanlagen sind beschlossene Sache. Der Rat der Gemeinde hat sich mittlerweile mehrheitlich für das von der Verwaltung vorgeschlagene Gebiet südlich von Volkerode ausgesprochen.

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Südlich von Volkerode können künftig Windkraftanlagen errichtet werden.

Quelle: Swen Pförtner

Rosdorf. Der Beschluss umfasst unter anderem die dazugehörige Begründung und den Umweltbericht. Wie andere Kommunen auch muss die Gemeinde Rosdorf derartige Vorranggebiete ausweisen, um einen Windrad-Wildwuchs zu verhindern. Grund: Windenergieanlagen sind gemäß Paragraf 35 Baugesetzbuch im Außenbereich grundsätzlich genehmigungsfähig. Ohne eine Ausweisung von Vorranggebieten müsste die Gemeinde den Bau von Windrädern an praktisch jedem Standort zulassen.

Im Sommer wurden die Pläne für die Fläche südlich von Volkerode und westlich von Dramfeld öffentlich ausgelegt, danach die erhobenen Einwendungen bewertet und gegebenenfalls in den jetzt beschlossenen Flächennutzungsplan eingearbeitet. Unter anderem hatte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wegen der unmittelbaren Nähe zur Autobahn 7 angemahnt, wegen der Eisabwurfgefahr bei Minusgraden keine Anlagen zuzulassen, die weniger als das 1,5fache von der Summe aus Rotordurchmesser und Nabenhöhe von Verkehrswegen entfernt sind. Der Landkreis forderte weitere Unterlagen an und erklärte, bei der Standortwahl der Anlagen müsse das Vorhandensein besonders schützenswerter Böden berücksichtigt werden.

Ein Privatmann verwies auf Schallemissionen wie auch auf Schadstoffwolken, die durch Luftverwirbelungen entstünden. Das könne „bei den Anrainern zur Einschränkung der Lebensqualität, der Gesundheit und des Wohlbefindens“ bis hin zu Krebs, Leukämie, Schlaganfall und Herzinfarkt führen. Zwei weitere Bürger äußerten ähnliche Bedenken. Dem allerdings wollte weder die Verwaltung noch der Gemeinderat folgen.

Die jetzt beschlossene Ausweisung des Vorranggebiets hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im Jahr 2011 beschloss die Gemeinde Rosdorf, durch Änderung des Flächennutzungsplanes die Errichtung von Windenergieanlagen auf bestimmte Teilflächen des Gemeindegebietes zu konzentrieren. Vorgesehen war damals eine Fläche nördlich von Sieboldshausen. Die Freifläche schien als Konzentrationszone ideal.

Doch die Bundeswehr machte der Verwaltung und der Politik einen Strich durch die Rechnung. Die Bundeswehr teilte mit, sie könne das Gebiet nicht freigeben. Die gesamte Windparkfläche sei „im Sicherheitsbereich“, sie Hubschrauber des Militärflugplatzes Fritzlar müssten genau dort fliegen. Und das mit einer Mindestflughöhe von 45 Metern. Mit den geplanten, 200 Meter hohen Windrädern sei der Flugkorridor „nicht nutzbar“. Die Folge: Der unter großen Mühen gefundene Kompromiss war reif für die Mülltonne, der gesamte Findungsprozess musste von neuem beginnen.

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