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Ältester Häftling stirbt in der Halbzeit

JVA Rosdorf Ältester Häftling stirbt in der Halbzeit

Es war schon seine zweite Sicherungsverwahrung. Sein Urteil "Lebenslänglich" wurde wahr. Am Dienstag in der Halbzeit des EM-Spiels der deutschen Mannschaft ist der älteste Sicherungsverwahrte der Justizvollzugsanstalt Rosdorf mit 78 Jahren tot zusammengebrochen - nach mehr als 40 Jahren hinter Gittern.

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JVA Rosdorf

Quelle: dpa/Archiv

Rosdorf. Wie die Anstaltsleitung auf Anfrage bestätigt, hatten die mehr als 50-minütigen Reanimationsversuche keinen Erfolg. Der 78 Jahre alte Häftling starb nach einem Schwächeanfall beim Joggen im Anstaltshof kurz vor 19 Uhr. Er sei während seiner regelmäßigen täglichen Laufrunden im Freigelände vor den Augen des Wachpersonals zusammengebrochen. Man habe sich sofort um ihn gekümmert, und er sei sehr schnell medizinisch betreut worden, sagt Torsten Vehma, der stellvertretende Anstaltsleiter. Auch der mit dem Hubschrauber eingeflogene Notarzt sei binnen weniger Minuten da gewesen. Er konnte nur noch den Tod des zuvor als relativ fit geltenden Sicherungsverwahrten feststellen. Hinweise auf ein Fremdverschulden, so Vehma, gebe es nicht. Gleichwohl werde die vorgeschriebene Obduktion für Todesfälle hinter Gittern vorgenommen und die genaue Todesursache ermittelt.

Der Verstorbene hatte nach Tageblatt-Informationen mehr als die Hälfte seines Lebens hinter Gittern verbracht. Zuletzt war er wegen eines Tötungsdeliktes zum zweiten Mal in Sicherungsverwahrung und einer der ersten Verwahrten in der im Mai 2013 eröffneten Abteilung der JVA Rosdorf. Vor drei Wochn habe er schon einmal einen Schwächeanfall erlitten und sich in seiner Zelle durch Sturz im Gesicht verletzt. Die ärztliche Behandlung habe aber keine Hinweise auf eine akute Erkrankung ergeben, teilt die Anstalt mit. Er hatte auch wieder sein Lauftraining aufgenommen und gejoggt, während seine Mitinsassen am Dienstagabend das 1:0 gegen Nordirland sahen.     

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