Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Unterricht im Lehrerzimmer

Kollegium der Heinrich-Grupe-Schule räumt Lehrerzimmer Unterricht im Lehrerzimmer

Eine ungewöhnliche Maßnahme ergreift das Kollegium der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf, um der akuten Raumnot im Schulgebäude Herr zu werden: Die Pädagogen räumen das Lehrerzimmer, um es künftig als Unterrichtsraum nutzen zu können.

Voriger Artikel
Falsche Nachricht hinterlassen
Nächster Artikel
Parkendes Auto gerammt

Die Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Bislang wurde das Problem mit einem Unterrichtscontainer angegangen, der seit einigen Wochen auf dem Schulhof steht - ab Mittags allerdings in der prallen Sonne. Morgens ist es in dem billigen Baucontainer empfindlich kalt, ab mittag aber steigen die Temperaturen schnell auf mehr als 30 Grad Celsius. Weil es sich bei der Blech-Box nicht um einen üblichen Schulcontainer handelt, gibt es dort weder eine Heizung noch eine Klimaanlage.

„Wegen der Temperaturschwankungen, der mangelnden akustischen Isolierung und aus Sicherheitsgründen ist dort kein sinnvoller Unterricht möglich“, erklärt Ruth Finckh, Mitglied im Vorstand des Fördervereins der Schule und Mutter einer Schülerin. Die Folge: Nicht nur Kinder und Eltern, sondern auch die Lehrer, beschwerten sich massiv, konnten aber bei der Gemeindeverwaltung zunächst keine Veränderung erreichen.

Die Schulleitung unter Elke Bornemann-Polzer beschloss, selbst nach einer Lösung zu suchen. Die ist nun gefunden. Weiterer Vorteil der jetzt gefundenen Lösung: Die Lernwerkstatt, die als pädagogisches Bindeglied zwischen Kindergarten und Schule preisgekrönt wurde, kann in vollem Umfang erhalten bleiben. Die Einrichtung, sagt Finckh, „ist überregional so bedeutend, dass für Ende September ein internationaler Lernwerkstatt-Kongress nach Rosdorf geholt werden konnte“.

Stattdessen räumen die Unterrichtenden ihr Lehrerzimmer, aus dem nun ein Klassenraum wird. Konferenzen finden künftig in einem kleinen Kopierraum statt; der Kopierer und einige Tische sind in den ungeliebten Container gewandert. Der Beschluss des Kollegiums fiel einstimmig aus. „Dieses selbstlose Bekenntnis zu Verantwortung und pädagogischer Qualität“, sagt Finckh, „ist meines Wissens bundesweit einmalig.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Matthias Heinzel

Gänseliesel-Wahl