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Genuss & Leben Abwarten und Kombucha trinken
Sonntag Genuss & Leben
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20:00 29.09.2017
Fermentierter Pilz-Tee: Kombucha ist plötzlich wieder angesagt. Quelle: Fotolia
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Hannover

Die Neunziger sind wieder da – und zwar nicht nur modisch mit löchrigen Jeans, Karohemden und weißen Turnschuhen. Auch ein Getränk aus dem quietschbunten Jahrzehnt wird wieder getrunken: der Kombucha-Tee. Wie das bei Wellnessgetränken immer so ist, werden auch dem rotbraunen Tee einige gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. So soll er die Funktion des Darms verbessern, das Immunsystem aktivieren und den Stoffwechsel anregen. Das kommt nicht von ungefähr: In Asien gehört er zur Volksmedizin.

Gab es den Kombucha-Tee einst nur in Reformhäusern, hat er es heute in einigen Orten als hippe Alternative zur Limo ins Supermarktregal geschafft. Der Kombucha-Tee wird durch Fermentation mit einem sogenannten Tee- oder Kombuchapilz hergestellt. Er erinnert in seiner Herstellung ein wenig an den Hermann-Sauerteig-Brotteig, der früher auf dem Schulhof herumgereicht wurde.

10 Tage Gärung

Wer selbst Kombucha-Tee ansetzen möchte, braucht dafür einen Kombucha-Teepilz mit Ansatzflüssigkeit. Beides kann man im Internet bestellen. Außerdem benötigt man einen Kochtopf und Wasser, ein Baumwolltuch, einen Gummiring, einen Trichter, ein Sieb, ein großes Gefäß aus Glas, Porzellan oder Ton, Zucker und Schwarz-, Grün- oder Kräutertee sowie Glasflaschen zum Abfüllen. Wichtig zu beachten: Wird bei der Zubereitung nicht sorgfältig und sauber gearbeitet, kann das Getränk verunreinigt werden.

Den Tee wie üblich mit frischem, kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen. Für einen Liter Wasser etwa fünf Gramm schwarzen oder grünen Tee oder bis zu zehn Gramm Kräutertee benutzen. In den warmen Tee pro Liter 70 bis 100 Gramm Zucker geben, der sich vollständig auflösen sollte. Er ist die Nahrung für den Teepilz.

Den Tee abkühlen lassen. Dann in ein großes Gefäß schütten. Den Kombucha-Pilz und die Ansatzflüssigkeit hinzugeben. Die Öffnung des Gefäßes mit dem Baumwolltuch abdecken und mit dem Gummiring abdichten. Es ist wichtig, dass nichts ins Gefäß dringen kann. Das Gärgefäß wird an einen warmen Platz gestellt. Nach sieben bis zehn Tagen wird der Teepilz mit sauberen Händen aus dem Kombucha entnommen. Mit 100 Millilitern der Kombucha-Flüssigkeit kann er in ein neues, verschließbares Gefäß geschüttet werden und ist wieder startbereit für die nächste Braurunde.

Vorsicht bei Zucker- und Alkoholgehalt

Der eigentliche Kombucha-Tee ist nach dem Sieben und Abfüllen fertig. Er kann ein wenig Alkohol enthalten. Mit Früchten, Fruchtsäften und Gewürzen kann der Kombucha nun noch nach individuellen Vorlieben geschmacklich verfeinert werden. Bleibt der Tee ein bis drei Tage an der frischen Luft stehen, entwickelt er natürliche Kohlensäure. Anschließend muss er allerdings im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Genauso wie einst den Molke-Kuren oder dem Brottrunk werden dem Kombucha-Tee allerlei heilende Wirkungen zugeschrieben. Ob er wirklich so gesund ist, wie Befürworter des Wellnessdrinks behaupten, ist allerdings fragwürdig. Wissenschaftlich nachgewiesen sind laut der Verbraucherzentrale nur eine leicht abführende und schwach antibakterielle Wirkung. Beides ist auf die Essig- und Milchsäure zurückzuführen, die während der Fermentation entstehen.

Was auch gegen den Gesundheitsgedanken spricht: Besonders gekaufter Kombucha-Tee enthält zum Teil beinahe so viel Zucker wie Limonade.

Von Sarah Franke und Katja Wallrafen

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