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Kolumnen Ferien auf dem Bauernhof
Sonntag Kolumnen
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19:57 06.04.2018
Was tut man als Stadtbewohner nicht alles, um seinen Kindern mal zu zeigen, wo die Milch wohnt. Quelle: Fotolia
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Hannover

Wir waren auf dem Bauernhof. Es ist nicht mein natürliches Umfeld. Mein Körper ist durch städtisches Siechtum und Schlemmerei so weit von seinen urzeitlichen Wurzeln entfremdet, dass ein Schluck körperwarme Kuhmilch auf mich verheerender wirkt als zwei Liter lauwarme Cherry-Cola. Aber was tut man nicht alles, um seinen Kindern mal zu zeigen, wo die Milch wohnt.

Da stiefelt der als Naturbursche verkleidete Städter in neuen Gummistiefeln und Funktionskleidung durch den Kuhstall und macht halbgare Scherze (“Wie viele Ostfriesen braucht man, um eine Kuh zu melken? Acht! Vier halten das Euter fest, die anderen heben die Kuh hoch und runter. HAHAHAHAHA!“). Da ist man doch gleich prima integriert.

Tierarzt im Milchvieh

Wir verstehen nicht viel von Landwirtschaft. Aber wir sind gern hier. Gewisse Dinge sähen die Kinder doch sonst nie. Einen Tierarzt, der bis zur Achselhöhle in Milchvieh steckt, zum Beispiel. Oder eine frische Nachgeburt. Man bekommt gleich ein ganz anderes Verhältnis zur Frischetheke bei Rewe.

Kühe kalben ja inzwischen ohne Arzt und Hebamme. Da kommt der Bauer morgens in den Stall, und wenn er mehr Tiere vorfindet als gestern Abend, dann brummt er kurz und holt die Ohrmarkenzange. Früher wurden hier auf die gleiche Weise Ehen geschlossen: per Ohrmarke.

Am tollsten fand ich die Maschine, mit der sich die Kühe die Wampe schubbern lassen. Wie ein Massagesessel im Einkaufszentrum, nur müssen die Kühe nicht vorher 2 Euro einwerfen. Sie müssen eigentlich gar nichts tun, solange sie 1000 Liter Milch am Tag geben.

Eierlikör aus glücklichen Eiern

Moderne Kühe schaffen das locker. Die Agrarwissenschaft ist kurz davor, Hybridkühe zu züchten, die fettarmen, laktosefreien Latte macchiato im Pappbecher produzieren. Müssen sie vorher halt ein paar Kaffeebohnen knabbern.

Ansonsten hält das Landleben allerlei Preziosen bereit. Eier sammeln im Hühnerstall zum Beispiel. 30 aufgeschreckte Hühner und ein geiler Gockel – wie Donald Trump bei einer Misswahl.

Am vierten Tag ist eine Ziege ausgebüxt. Meine Tochter (3) kommentierte den Vorgang mit den Worten: “Der Hase ist weg.“ Es war also höchste Zeit, mal auf einen Bauernhof zu fahren. Am fünften Tag trank ich selbst gemachten Eierlikör aus glücklichen Eiern. Wie lautet die alte Bauernregel: “Jodelt im Stall ein betrunk‘ner Tourist, ändert sich‘s Wetter oder es bleibt, wie es ist.“ Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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