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Kolumnen Immer das gleiche Thaeter
Sonntag Kolumnen
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20:00 02.02.2018
Früher musste man noch Kurse belegen, um an eine Tastatur gelassen zu werden, heute darf das jeder. Was soll da schon schiefgehen? Quelle: iStockphoto
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Hannover

Irgendwie geht es nicht. Obwohl es gar nicht so schwer ist. T – h – e – a – t – e – r. Theater. Fünf Buchstaben, zwei sogar doppelt. Zudem ein Wort, das schon mal vorkommt, wenn es zum Beruf gehört, den Kulturbetrieb schriftlich zu beackern. Aber es geht nicht. Nicht an einer handelsüblichen Tastatur, die hierzulande den schönen Namen QWERTZ-Tastatur trägt.

Wenn nicht die zehn Finger und alle zuständigen Hirnlappen in trommelwirbelartiger, vollkommener Fokussierung auf dieses eine Wort zusammenarbeiten, steht da Thaeter. Nicht Theater. Jedes Mal. Irgendwas läuft da qwertz.

Vertippen wie ferngesteuert

Manchmal tippen die Finger sogar Thaeter, wenn die Augen beim Schreiben auf die Tastatur gerichtet sind. Wie ferngesteuert. Aber von wem? Fremde Mächte? NSA? Matrix? Unterbewusstsein? Das wäre filmreif. Eine geheime Botschaft! Eine Anklage! Zu dramatischer Musik und weit aufgerissenen Augen, die das Wort fixieren: “Thaeter!“ Falsch geschrieben und umlautmäßig barrierefrei.

Aber wer sagt denn, dass das Unterbewusstsein nicht auch mal Fehler macht oder schlicht und einfach ein bisschen doof ist? Zumal es andere Sorgen hat als Rechtschreibung. Vielleicht haben ostfriesische Unterbewusstseins (oder Unterbewusstseine?) auch nur einen geschmacklosen Humor oder schreiben auf einer QWERTY-Tastatur oder gar einer AZERTY-Tastatur?

Aber selbst wenn es eine THEATER-Tastatur wäre und die ostfriesischen Finger humorlos eine Taste nach der anderen tippen müssten, würden sie sich bei e und a verknoten, und am Ende stünde da wieder Thaeter. Aber wo sind die Ohpfer?

Höchstpersönliche Falschworte

Wahrscheinlich ist es gar nicht das Unterbewusstsein. Vielleicht hat jeder so ein Wort. Ein persönliches Falschwort. Dass Hannoveraner sich beim Wort “Braunschweig“ vertippen oder Dortmunder statt “Gelsenkirchen“ gleich “Schlake“ schreiben, hat historische Gründe und ist eher eine Art Beitrag zum immateriellen Kulturerbe.

Thaeter ist eine Individualmacke und kommt eher aus dem Unterbelichtetsein als aus dem Unterbewusstsein. Aber es ist immer noch unverfänglicher, als wenn da beispielsweise statt Urin Ruin steht. Oder umgekehrt, man weiß gar nicht, was im Zweifel schlimmer ist. Kommt wohl auf den Kontext an, der als Kotnext auch zum Problem werden könnte.

So ein Thaeter! Aber wie ist denn nun der Plural von Unterbewusstsein?

Von Uwe Janssen

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