Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Kolumnen Nach sechs is’ billiger
Sonntag Kolumnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:03 13.04.2018
Die Älteren unter Ihnen kennen es vielleicht noch: Früher wurden Telefone an der kurzen Leine gehalten – die sogenannte Festnetzära. Quelle: iStockphoto
Anzeige
Hannover

Funkloch? Aliens in der Leitung? Leerer Akku? Das Festnetz kennt derlei Leiden nicht. Das Festnetz wurde einst von ölglänzenden Fernmeldetechnikern per Hand in den deutschen Fels gehauen. Aber es stirbt.

Das Festnetztelefon ist das Grammophon des 21. Jahrhunderts. Ein Anachronismus aus Bakelit und Kupferspulen. Wie Trockenshampoo, Parkuhren und Klofußumpüschelungen. Inzwischen ist es so: Wenn bei uns zu Hause das Festnetztelefon klingelt, denke ich immer, das kann nur Heinz Rühmann sein. Oder Theo Lingen.

Meistens sind es liebe ältere Verwandte, die denken, dass Deutschland explodiert, wenn man auf dem Handy anruft. Und ganz wichtig: Nicht vor 18 Uhr anrufen. Sonst enden Sie im Schuldenturm.

Sieben Sekunden für tausend Mark

1974 hat der Herold des Teutschen Oberhofpostdirektors verkündet: Der strebsame Untertan hat Privatgespräche im Selbstwählferndienst tagsüber gefälligst zu unterlassen. Er erfand ein Wort, das immer etwas angenehm Verruchtes umflorte: Mondscheintarif. Nach sechs is’ billiger.

“Billiger“ bedeutete damals übrigens nicht billiger, sondern bloß ein bisschen weniger sauteuer. Ein Ferngespräch 1979 ging so:

„Jahalloichbins, ichwolltenursagenwirkommendienstaggegenneunja? Machsgutichmusswiederauflegenesisteinferngesprächtschüssbisdann“

„Ha... Hallo ...?“

Sieben Sekunden. Kosten: ungefähr tausend Mark. Heute kriegt man Telefonminuten nachgeschmissen. Dafür kosten sieben Gigabyte Datenvolumen tausend Euro. Irgendwas ist immer.

Google auf dem Mond

Mondscheintarif gibt’s nicht mehr. Aber irgendwann kommt Google und kauft den Mond, und wer dann nach oben guckt, überweist automatisch 28 Euro per PayPal nach Amerika.

Und der Bundesverkehrsminister schlägt vor, dass Bundesbürger per App melden sollen, wenn sie wegen Funklöchern nicht ins Netz kommen. Spitzenidee. Als hätte die Post 1972 geraten, sofort die Polizei anzurufen, wenn Einbrecher ihr Telefonkabel zerschnitten haben.

So ist das im digitalisierten Deutschland 2018. Da hast du nicht Festnetz. Da hast du manchmal fast Netz. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

Panorama Aberwitziges mit Uwe Janssen - Fliegen am Morgen ...

Freitag, der 13.? Sie lesen gerade, also haben Sie ihn irgendwie überlebt. Vielleicht sind Sie auch im Bett geblieben und haben versucht, nicht rauszufallen.

13.04.2018
Panorama Landleben mit Imre Grimm - Ferien auf dem Bauernhof

Was tun, wenn das stadtgeprägte Kind fragt, wo die Chicken Wings oder der Joghurt wachsen? Wer da als Elternteil mit der Erklärung der globalisierten Nahrungsmittelindustrie überfordert ist, kann ja einfach mal aufs Land fahren.

06.04.2018
Panorama Schlaflos im Internet mit Uwe Janssen - Bügel! Mich! Müde!

Alle Welt redet von der Frühjahrsmüdigkeit. Dabei stürzt die fehlende Dunkelheit viele ohnehin schon Schlechtschläfer in noch größeren Einschlafstress. Wo soll man also nach Schlaf suchen? Im Internet natürlich.

06.04.2018
Anzeige