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Kolumnen Wo der Wurm drin ist
Sonntag Kolumnen Wo der Wurm drin ist
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20:01 25.05.2018
Früher pfui, heute mit Würmern drin: Der Burger, das meistfotografierte Hipsteressen der Welt. Quelle: iStock
Hannover

Burger, Burger, alle essen Burger. Der Foodtruck hat es mit ein bisschen Coolnessattitüde, ein bisschen Philosophie und ein bisschen Wartenmüssen in einer entschleunigungsbedürftigen Zeit geschafft, zum Life­stylesymbol zu werden.

Und der Burger, einst verlässlich als Fastfood und fast Food deklariert, ist der King der Bewegung. Total cool, politisch korrekt, arschteuer. Geht es uns vielleicht einfach zu gut?

Nein, vermutlich noch nicht. Denn jetzt kommt das nächste Ding: der Insektenburger. Bislang Domäne des Privatfernsehens mit abgetakelten TV-Moderatoren und Costa Cordalis, nun als Serienprodukt im Supermarkt.

Die Illusion von Steak

Eine Kette hat den Insektenburger nun im Angebot. Ganz regulär. Neben Wasser, “Eiklar aus Freilandhaltung“, Sojaproteinkonzentrat und anderen Zutaten sind Buffalowürmer verarbeitet. Buffalowürmer – das klingt für Fleischesser vertrauter als einfach nur “Würmer“, eine Illusion von Steak schwingt mit, Marketing ist eben alles.

Und was soll’s? Büffel sind sowieso auf dem Vormarsch, kürzlich versperrten Wasserbüffel in Leverkusen sogar die A3. Nichts ist passiert, das ist gut so. Denn ein Zusammenstoß hätte die deutsche Rechtsbürokratie vor die bislang unbeantwortete Frage gestellt, ob ein Wasserbüffel mehr Wasser oder mehr Büffel ist und die Unfallursache infolgedessen Aquaplaning oder Wildwechsel war.

Zum Verzehr freigegeben

Bei Buffalowürmern ist die Bürokratie schon einen Schritt weiter: Die Kriechbüffel und einige andere Insekten sind seit Kurzem offiziell als Lebensmittel anerkannt. Ob das jetzt zwingend ein Aufstieg ist, muss jeder für sich selbst beurteilen.

Es wäre zumindest ein beunruhigendes Gefühl zu wissen, dass man zum Verzehr freigegeben ist. Man würde in der Straßenbahn versuchen, immer einen Einzelplatz zu bekommen, sonst hat einer Hunger und beißt einfach mal ab. Vermutlich, weil’s am Foodtruck wieder mal zu lange gedauert hat.

Von Uwe Janssen

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