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20:02 27.04.2018
Sneaker und kein Ende: Die Linie “Air Jordan“ von Nike ging Ende der Achtzigerjahre an den Start und ist bis heute ein Verkaufshit. Quelle: Hersteller
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Berlin

Wie würden wir ohne Jason Mizell, Joseph Simmons und Darryl McDaniels, zusammen einst Run DMC, heute bloß im Alltag vorankommen? So wie Generationen vor uns. Auf Absatz- und Lederschuhen. In der Regel eleganter, aber durchaus auch unbequemer.

Dass Schuhläden heute Turnschuhhallen mit Regalmetern voller Plastiktreter sind, ist nicht zuletzt der US-Hip-Hop-Band zu verdanken, die Anfang der Achtzigerjahre den Basketballschuh “Adidas Superstar“ zum Kultobjekt machte. Modische Gründe spielten dabei zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Bei Auftritten trug das Trio den Basketballschuh mit der Muschelkappe demonstrativ ohne Schnürsenkel – aus Solidarität zu schwarzen Häftlingen. In US-Gefängnissen werden Insassen aus Sicherheitsgründen die Schuhbänder abgenommen.

Der Hype um die Sneaker wurde gekrönt mit dem Run-DMC-Song “My Adidas“ und einem millionenschweren Sponsorenvertrag für die Musiker. Im Wettkampf der Sportmarkengiganten konterte Nike mit der Verpflichtung von NBA-Star Michael Jordan als Werbeträger. Die Linie “Air Jordan“ mit der roten Silhouette des Spielers auf der Sohle ging Ende der Achtzigerjahre an den Start und ist bis heute ein Verkaufshit.

Ein Klassiker in reduziertem Design: Der “Adidas Superstar“ Quelle: Hersteller

Der Siegeszug der Sneaker von sozialen Brennpunktstadteilen US-amerikanischer Metropolen aus in die Welt hat heute, da der Freizeitschuh wie selbstverständlich auch im Büro und auf Laufstegen getragen wird, seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Der Turnschuh ist kein Nischenprodukt mehr, sondern Massenware. Gleichwohl steht er auch für Statement und Status. Und das generationsübergreifend. Drei Streifen oder Raubkatze, Nike-Swoosh oder New-Balance-N – wer welches Logo wählt, ist nicht selten auch eine Frage des individuellen Lebensgefühls.

Der Heritage-Gedanke, wie er bei klassischen und alten Traditionsmarken besonders gepflegt wird, spielt im sonst eher juvenil geprägten Turnschuhgeschäft ebenfalls eine große Rolle: Das Modell und seine Geschichte haben oft einen noch höheren Stellenwert als die Marke. Siehe Run DMC, Michael Jordan oder auch Tennislegende Stan Smith, mit dessen minimalistischem Schuhmodell Adidas vor zwei Jahren eine weitere Retro-Welle lostrat.

“Limited Releases“ als Wertanlage

Längst jedoch gehören die Turnschuhregale nicht mehr nur ausgewiesenen Sportmarken. Nahezu jeder Schuh- und Bekleidungshersteller hat auch Sneaker im Sortiment, einschließlich aller großen Luxusdesigner. Um also der Beliebigkeit weiter entgegenzuwirken, setzen Adidas und Co. auf einen zusätzlichen bewährten Vermarktungstrick: künstliche Verknappung. Mit limitierten Auflagen werden bestimmte Modelle zu Spekulationsobjekten. Die Verkaufspreise liegen mit bis zu 300 Euro nicht exorbitant hoch, aber die Marken profitieren von dem Hype darum und steigern so ihr Image.

Statt bei mehreren Hunderttausend liegt die Stückzahl bei den “Limited Releases“ bei ein paar Hundert. Diese sind dann nur in ausgewählten Geschäften zu haben oder aber über Auslosungssysteme auf den Internetseiten der Hersteller. Die Käufer erwerben die Sneaker immer öfter nicht aus Liebhabergründen, sondern zum Weiterverkauf auf speziellen Plattformen – zu Liebhaberpreisen.

Am laufenden Band entwickeln die Sportmarken neue Farben, Passformen und Materialien, gehen exklusive Kooperationen ein (etwa Nike mit dem Off-White-Designer Virgil Abloh). Es geht zu wie im Wettkampfsport: höher, schneller, weiter. “Walk this Way“, ebenfalls ein Song von Run DMC, mag als Devise gelten. Hauptsache, die Kunden werden nicht abgehängt.

Von Kerstin Hergt

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