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Mode & Stil Lässig mit Lassie
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20:00 02.02.2018
Hunde überall: China schreibt das Jahr des Hundes – und Gucci entdeckt plötzlich seine tierliebe Ader. Quelle: Gucci
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Hannover

Nichts ist in der Welt der Luxusdesigner derzeit so schick wie die Abkehr vom Echtpelz. Nach Armani hatte auch Gucci im vergangenen Herbst verkündet, keine Tierfelle mehr verarbeiten zu wollen und der Fur Free Alliance beizutreten, einer Organisation, die sich gegen Echtpelz in der Modeindustrie einsetzt. Kleiner Schönheitsfehler: Zeitgleich zum öffentlichen Bekenntnis von Unternehmenschef Marco Bizzarri und Chefdesigner Alessandro Michele lief der Verkauf von Nerzmantelmodellen aus der Herbst- und Winterkollektion. Doch die ist nun Schnee von gestern.

Jetzt, mit dem Start der Frühjahrssaison, wo Pelze sich naturgemäß eh schlecht verkaufen, soll nun endlich die fellfreie Ära im italienischen Traditionshaus beginnen. Seine Tierfreundlichkeit untermauert Gucci mit einer Frühjahrskollektion, die den bedeutungsschwangeren Namen “Year of the Dog“ trägt.

Gucci spielt hier nicht nur mit dem Bild, dass der Hund als bester Freund des Menschen gilt, sondern dreht den Satz auch um: Die Gucci-Familie ist eine hundefreundliche Familie. Das vermitteln zumindest die Kampagnenfotos, auf denen Pudel, Bernhardiner, Collies, Doggen und Schoßhündchen den Models die Schau stehlen.

Bosco und Orso, die Hunde von Gucci-Chefdesigner Alessandro Michele, zieren Jeansjacken ebenso wie Rucksäcke und Miniröcke. Quelle: Gucci

Die Hunde machen das teure Label plötzlich nahbar. Luxus ist nicht, Nerzmäntel zu tragen, sondern einen reinrassigen Vierbeiner zu besitzen und mit ihm auf einem seidenen Sofa zu kuscheln oder sich mit ihm auf einem Kunstrasen zu fläzen. Basecaps, Miniröcke, T-Shirts, Bomberjacken und Hoodies mit den putzigen Konterfeis von Micheles eigenen beiden Hunden wirken dabei so erschwinglich wie die Sale-Angebote von Bekleidungsketten.

Auch auf Rucksäcken, Tote-Bags, Schals und Portemonnaies sind die Köpfe von Micheles tierischen Kumpels Bosco und Orso zu sehen – Boston-Terrier, die in der Printvariante, entworfen von der britischen Künstlerin Helen Downie, eher wie Katzen aussehen. Vielleicht eine Reminiszenz an vergangene Kollektionen, als der Stubentiger noch eine Hauptrolle spielte. Ganz so wie bei Karl Lagerfeld, der mit Birma-Katze Choupette Haustiere als Musen in Designerkreisen einst salonfähig machte.

Nun ist man also bei Gucci auf den Hund gekommen. Nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil Gucci besonders im asiatischen Raum eine kaufkräftige Kundschaft hat. Und in China schreibt man 2018 astrologisch das Jahr des Hundes. Der Hund steht in China für ein freundliches Wesen, für Treue und Loyalität. Laut Tierkreiszeichendefinition braucht er keinen Ruhm oder Luxus, um glücklich zu sein. Hunde würden demnach also nicht Gucci kaufen. Und wohl auch freiwillig nicht auf einer Kunstrasenwiese zwischen Models posieren. So viel zum Thema neue Tierfreundlichkeit.

Von Kerstin Hergt

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