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Technik & Apps Da braut sich was zusammen
Sonntag Technik & Apps Da braut sich was zusammen
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20:08 04.05.2018
“Brew Town“ ist der erste Craft-Beer-Simulator fürs Smartphone. Quelle: Hersteller
Leipzig

Ein Pale Ale mit Kaugummigeschmack? Stout mit Karamell-Nougat-Bouquet? Oder doch ein klassisches Lager, aromagehopft mit Zitrusnote? In “Brew Town“, dem ersten Craft-Beer-Simulator, haben Hobbybrauer die Qual der Wahl. Und das nicht nur bei Sorte und Geschmack ihres eigenen Gebräus. Vom Namen der Braukreationen bis zur Gestaltung der Labels können sie sich in dem Managerspiel für Smartphones und Tablets “bierliebig“ austoben.

Craftbeer liegt im Trend. Auch deutsche Konsumenten finden an den geschmacksintensiven, handwerklich in kleinen Mengen gebrauten Bieren zunehmend Gefallen – trotz Preisen von 3 Euro und mehr pro Flasche. “Brew Town“ ist – bislang leider nur auf Englisch – als kostenlose App für iOS und Android erhältlich und finanziert sich durch Werbung.

Bei jeder Abfüllung muss dutzendfach mit dem Finger aufs Display getippt werden. Quelle: Hersteller

Spieler ziehen in der 3-D-Kartenansicht bis zu acht Brauhäuser hoch, ernten Hopfen, bauen die hauseigene Craftbeer-Bar aus und investieren in eine leistungsfähigere Abfüllanlage. Wenn die Würze in den Kesseln gluckert oder eine neue Geschmacksrichtung im Labor ausgetüftelt wird, bezahlt der Spieler mit Wartezeit. Dann verkürzt man die Pausen am besten durch das Anschauen 30-sekündiger Videos beziehungsweise den Einsatz auch für Geld erhältlicher Kronkorken.

Als Flaschenhals entpuppt sich der Produktionsprozess via Touch-Steuerung. Bei jeder Abfüllung muss dutzendfach mit dem Finger aufs Display getippt werden, bis eine neue Ladung Litschi-Ingwer-Helles oder Walnuss-Red-Ale bereit zur Auslieferung ist.

“Brew Town“ ist bislang leider nur auf Englisch Quelle: Hersteller

Umso größer ist die Freude, wenn sich die ersten Händler und Kunden – stilecht mit Vollbart – das frisch gebraute, im Label-Studio aufwendig gestaltete Bier in den Kofferraum laden. In einer Art “Bier-Tinder“ werden die Labels anderer User bewertet. Für Fleißige gibt es Hopfen-Boni.

Durch das Erforschen neuer Aromen für die acht Biersorten – vom Pils bis zum Porter – erhöht sich der Profit pro Flasche und die Popularität bei den Craftbeer-Fans. Ob Haferbrei oder Honig im Bier landet, ist am Ende aber ziemlich egal. Die Qualität des Suds wird simpel durch ein Minispiel bestimmt, bei dem der Spieler einen kreisenden Tacho stoppen muss.

Der fehlende Tiefgang dürfte Sommeliers ernüchtern. Anspruchslosere Smartphone-Spieler macht der kurzweilige Rausch aus Bierkreation, Labelgestaltung, Produktion und Brauerei­management aber zumindest für ein paar Stunden süchtig. Und das ganz ohne Kater.

Info: “Brew Town“ ist für die Plattformen iOS und Android erhältlich und kostenlos.

Von Robert Nößler

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