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Technik & Apps In den Händen der Göttin
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14:54 19.02.2018
Rajas of the Ganges Quelle: Huch!
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Leipzig

Inka und Markus Brand gehören zu den erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Spieleautoren. Mit dem Preis “Kinderspiel des Jahres“ wurden sie einmal ausgezeichnet (2013 für “Der verzauberte Turm“), mit dem “Kennerspiel des Jahres“ zweimal (2012 mit “Village“ und 2017 für ihre „Exit“-Reihe). Nun ist ihr 100. Projekt erschienen: “Rajas of the Ganges“, ein Punktewettstreit im alten Indien, und der richtet sich deutlich an erfahrene Spieler.

Die grundlegenden Mechanismen sind noch einfach: Da ist zum einen ein Tableau pro Spieler, auf dem der seine eigene Provinz ausbaut, mit einem Straßennetz, mit Tempeln, anderen Gebäuden und Märkten. Damit ist “Rajas of the Ganges“ ein Legespiel wie beispielsweise “Carcassonne“. Dann gibt es einen zentralen Spielplan: Um hier Aktionen auszulösen, setzen die Spieler ihre anfangs drei, später bis zu fünf Arbeiter ein, ein sogenanntes Worker-Placement-Spiel.

Vielarmige Göttin als Spielfeld

Und dann gibt es noch Würfel in vier Farben, die man für die Aktionen benötigt. Mal ist die Farbe wichtig, mal die Augenzahl. Einmal geworfen, verbleiben sie auf einem weiteren Tableau; das nennt der Profi “Preroll“-Mechanismus. Das Tableau sieht aus wie eine Statue der vielarmigen Göttin Kali – in ihren Händen ist Platz für maximal zehn Würfel.

Ziel des Spiels ist es, sowohl auf der Ruhmes- als auch auf der Siegpunktleiste möglichst viele Punkte zu sammeln. Die befinden sich beide am Rand des zentralen Spielbretts, allerdings in gegenläufiger Richtung. Begegnen sich die beiden Punktmarker eines Spielers, wird die letzte Runde eingeläutet. Jeder ist nur noch einmal dran.

Fein verwoben, schlüssig vernetzt

Und was macht man, bis es so weit ist? Man setzt zum Beispiel Arbeiter im Steinbruch ein, um Plättchen für die eigene Provinz zu sammeln. Oder der Spieler nutzt die auf diesen Plättchen abgebildeten Märkte, um an Geld zu kommen. Oder wertet seine sonstigen Bauwerke auf. Oder setzt Arbeiter im Palast ein, für besonders wertvolle Helfer, zwei Extrawürfel zum Beispiel. Oder im Hafen – meistens dann, wenn man an dringend benötigte neue Würfel und Geld kommen will. Denn beides ist so knapp wie wichtig.

Viele kleine Mechanismen sind ineinander verwoben – und doch so schlüssig vernetzt (und dabei so deutlich illustriert), dass man zwar eine gewisse Spielerfahrung braucht, aber kein absoluter Experte sein muss. “Rajas of the Ganges“ ist ein tolles Kennerspiel. Ein Manko: Wer einmal abgehängt ist, kommt nur sehr schwer wieder ins Spiel.

Info: Inka und Markus Brand: “Rajas of the Ganges“. R & R Games (Vertrieb: Huch), für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren, etwa 45 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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