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19:59 02.02.2018
Gefechte im Comic-Look: “Tiny Metal“ eignet sich vor allem als Rundenstrategie-Happen für Einsteiger. Quelle: Area35
Hannover

Im Jahr 2008 erschien der letzte Teil von Nintendos Rundenstrategie-Reihe “Advance Wars“, die vor allem auf dem Gameboy Advance viele Fans hatte. Nun erhält die Serie – Entwickler Area35 sei Dank – endlich einen Nachfolger im Geiste. Der jedoch dürfte Fans taktischen Tiefgangs enttäuschen.

Und das, obwohl die Spielmechanik des Action-Strategiespiels “Tiny Metal“ nahezu unverändert aus Nintendos mobilen Taktikablegern entliehen wurde. In der 15 Missionen umfassenden Kampagne, die mit einer uninteressanten und viel zu ausladend erzählten Story daherkommt, werden abwechselnd Fußsoldaten, Panzer und Flugeinheiten über das Schlachtfeld verschoben und angegriffen. Berge und Häuser bieten bessere Deckung als Straßen oder freies Gelände. Mit Infanteristen werden Gebäude erobert, für die es in jeder Runde Geld gibt, mit dem neue Einheiten produziert werden können.

Schwache künstliche Intelligenz

Das simple Spielprinzip sorgte unter dem “Advance Wars“-Banner dank zahlreicher taktischer Feinheiten für viel Spaß. “Tiny Metal“ kommt diesbezüglich stark abgespeckt daher. So fehlen Marineeinheiten ebenso wie dynamisches Wetter oder Tageszeiten. Auch Spezialfähigkeiten gibt es nicht mehr. Stattdessen muss sich der Spieler mit 15 Boden- und Lufteinheiten begnügen, von denen einige im Gefecht kaum Nutzen haben.

Was sie allesamt eint: ihr geringer Bewegungsradius, der die taktischen Optionen zusätzlich beschränkt. Eigentlich genügt es, möglichst viele schwere und einige leichte Einheiten zu produzieren und diese langsam nach vorn zu schieben – die schwache, passive künstliche Intelligenz leistet dabei nur minimalen Widerstand. Lediglich die Optionen, die Feuerkraft mehrerer Einheiten zu bündeln sowie den Gegner wegzustoßen, haben das taktische Repertoire erweitert.

Der Comic-Look von “Tiny Metal“ ist sympathisch, Bildschirmtexte und Einheiten sind jedoch oft so klein, dass sie nur mit Mühe zu erkennen sind. Quelle: Area35

Probleme gibt es auch bei der Bedienung: Besonders auf der Switch, für die “Tiny Metal“ neben der PS 4 und dem PC erscheint, kommt es permanent zu kleinen Rucklern, so dass die eigenen Einheiten immer wieder auf dem falschen Feld landen. Dabei ist “Tiny Metal“ auch technisch alles andere als anspruchsvoll: Der comicartige Look ist sympathisch, es fehlt jedoch an Details und vor allem an visueller Differenzierbarkeit. Bildschirmtexte und Einheiten sind so klein, dass sie nur mit Mühe zu erkennen sind.

Der Umfang hingegen geht für den Preis in Ordnung: Ist die rund 15 Stunden lange Kampagne durchgespielt, kann sie in einem neuen Durchgang bei höherer Schwierigkeit absolviert werden, hinzu kommen mehrere Dutzend Gefechtsszenarien sowie ein Mehrspielermodus. “Tiny Metal“ eignet sich dennoch vor allem als Rundenstrategie-Happen für Einsteiger.

“Tiny Metal“ ist für rund 25 Euro für PC, PS4 und Switch erhältlich.

Von Christian Neffe

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