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Blindenfußball-WM: Deutsche Nationalmannschaft wird Achter

„Ein Wahnsinnserlebnis“ Blindenfußball-WM: Deutsche Nationalmannschaft wird Achter

Der Göttinger Rolf Husmann ist bei der Blindenfußball-WM in Tokio Teammanager und Trainer der deutschen Nationalmannschaft und berichtet exklusiv für das Tageblatt. In der siebten und letzten Folge zieht der ehemalige 05- und SVG-Spieler ein Fazit der Weltmeisterschaftspremiere einer deutschen Mannschaft, das sein Team auf dem achten Platz beendete.

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Quelle: EF

Tokio. Brasilien heißt der alte und neue Weltmeister im Blindenfußball. Die Mannschaft besiegte in Tokio Argentinien in einem packenden Endspiel knapp mit 1:0 in der Verlängerung. Schütze des Goldenen Tores vier Minuten vor Ende der Verlängerung war einmal mehr der Stürmerstar Jeferson Goncalves aus Salvador de Bahia.

Die Argentinier um ihren Abwehrchef Froilan Padilla – ein Profi wie alle anderen Endspielakteure auch – verteidigten hervorragend und gestatteten dem weltbesten Stürmer Ricardinho Alves, der als bester Turnierspieler ausgezeichnet wurde, keinen Treffer. Aber am Ende waren sie einmal mehr nur zweiter Sieger gegen den Erzrivalen!

Vor dem Endspiel hatten sich China und Spanien im kleinen Finale um Platz 3 gegenübergestanden, und obwohl China eindeutig das bessere Team war, hielt Spanien mit Glück ein 0:0, so dass es zum Sechsmeterschießen kam. Und da siegten die Spanier mit 2:0.

„Ein Wahnsinnserlebnis“

Somit sind wir am Schluss WM-Achter geworden. Macht uns das nun glücklich und zufrieden oder sind wir enttäuscht und unzufrieden? Als Neulinge bei der Weltmeisterschaft war unser Minimalziel das Erreichen des Viertelfinales. Das haben wir durch den zweiten Platz in der Gruppenphase erreicht und waren damit sogar zu diesem Zeitpunkt die beste europäische Mannschaft. Dass wir danach im Viertelfinale gegen Brasilien, den alten und neuen Weltmeister, ausscheiden würden, war zu erwarten, wenn auch das 0:4 in der Höhe weh tat. Danach aber mussten wir doch mehr Lehrgeld bezahlen, als uns lieb war, denn sowohl gegen Japan als auch gegen Kolumbien verloren wir mit 0:1.

Nicht nur für mich als Trainer der deutschen Nationalmannschaft war diese WM ein Wahnsinnserlebnis! Wir wissen nun viel besser um unsere Schwächen und Grenzen, aber wir haben auch gesehen, welche Verbesserungen wir in Angriff nehmen müssen. Ziel für uns ist und bleiben die Paralympics 2016. Dafür müssen wir uns nächstes Jahr im August bei der Europameisterschaft qualifizieren.

2015 beginnt für mich und die Nationalmannschaft übrigens in Göttingen – wir treten beim Sparkasse & VGH-Cup in der Lokhalle auf. Alle Tageblatt-Leser, die meine Berichte verfolgt haben, erhalten dann Gelegenheit, mehr über Blindenfußball zu erfahren. Am Turnier-Sonnabend, 10. Januar, werden sich fast alle Nationalspieler in der Lokhalle einfinden, um Blindenfußball zu demonstrieren.

Ein letztes Mal aus Japan Grüße an alle Tageblatt-Leser von Rolf Husmann.

Von Rolf Husmann

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