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Blindenfußball-WM: Deutsche verlieren in Platzierungsrunde gegen Japan und Kolumbien

Husmann-Team wird in Tokio Achter Blindenfußball-WM: Deutsche verlieren in Platzierungsrunde gegen Japan und Kolumbien

Der Göttinger Rolf Husmann ist bei der Blindenfußball-WM in Tokio Teammanager und Trainer der deutschen Nationalmannschaft und berichtet exklusiv für das Göttinger Tageblatt.

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Umkämpftes letztes Spiel: Der deutsche Sürmer Ali Pektas (links) nagelt seinen kolumbianischen Gegenspieler an der Bande fest.

Quelle: EF

Tokio. In der sechsten Folge schreibt Rolf Husmann über die unglücklichen 0:1-Niederlagen des WM-Neulings gegen Gastgeber Japan und Kolumbien in der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht. Während sich die Deutschen mit dem achten Platz zufrieden geben mussten, wurde der neue Weltmeister Brasilien seiner Favoritenrolle gerecht und verwies Argentinien, Spanien und China auf die weiteren Plätze.

Im März war ich mit der Nationalmannschaft zu einer Testspielreise schon einmal in Japan. Damals gewannen wir nach großartiger Leistung mit 3:0. Für diese Niederlage wollten die von mehr als 1000 Zuschauern angefeuerten Japaner Revanche, als es gegen die Deutschen um den Einzug ins Spiel um den fünften Platz ging. Die Partie verlief für uns unglücklich. Während die Japaner hochmotiviert in die Begegnung gingen, konnte meine Mannschaft nicht an die zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen. Eine Mischung aus körperlicher und mentaler Erschöpfung schien die Spieler befallen zu haben.

Die schweren Partien gegen Spanien, Argentinien und Brasilien innerhalb von nur drei Tagen hatten offensichtlich an der Substanz genagt. Die Japaner dagegen spielten technisch auf hohem Niveau, waren sehr laufstark und verteidigten hervorragend. Schon nach acht Minuten erzielten sie das 1:0, als unsere Abwehr sich uneinig war, und der japanische Stürmer aus drei Metern an Keeper Sebastian Schleich vorbei einschoss.

Glück auf Seiten der Kolumbianer

In der Folge bissen sich unsere Stürmer Ali Pektas, Hasan Altunbas und Sebastian Schäfer immer wieder die Zähne an der kompakten Abwehr aus. Unsere eintrainierten Eckbälle auf den aufgerückten Alex Fangmann blieben ebenso erfolglos wie zwei Freistöße, die in der japanischen Mauer hängen blieben. So blieb es beim 0:1, und wir mussten uns auf das Verlierer-Duell gegen Kolumbien um Rang sieben konzentrieren.

Das gelang uns auch ganz gut. Die Mannschaft ging sehr viel entschlossener in die Zweikämpfe als gegen Japan, kreierte einige schöne Spielzüge und setzte die Südamerikaner zeitweise mächtig unter Druck.  Doch trotz des großen Einsatzes aller Spieler wollte erneut kein Treffer gelingen, war das gegnerische Tor wie vernagelt, so dass es einmal mehr auf das Standardergebnis dieser WM, ein 0:0, hinauszulaufen schien.

Doch das Glück war in diesem letzten Spiel auf Seiten der Kolumbianer. Zehn Minuten vor Schluss fiel einem ihrer Stürmer der Ball vier Meter vor unserem Tor vor die Füße. Der Südamerikaner zögerte nicht lange, behielt die Nerven und drosch das Leder unhaltbar für unseren Keeper in den Winkel.

Von Rolf Husmann

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